DIE ZEIT

Irmas rote Gartenlaube

Satellitenländern des Ostblocks sind heute kaum zu beschaffen. Um so bemerkenswerter, daß jetzt ein Verlag in der Bundesrepublik, die Frankfurter Verlagsanstalt, das "Rumänische Tagebuch 1951" einer westdeutschen Schriftstellerin verlegen kann, das er im Text auf der Umschlagsklappe als "ungefärbten Bericht" bezeichnet.

SED-Gestüt

Sowjetische Ärzte und Eugeniker, so berichtet die Sunday Times, sind in der deutschen Sowjetzone eingetroffen, um die SED-Regierung zu beraten.

Frankreichs Furcht vor Deutschland

Der Gedanke der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) ist französischen Ursprungs, dennoch findet er in seiner heutigen Form nirgendwo schroffere Ablehnung als in Frankreich.

Rüsten und Verhandeln

Die neue sowjetische Note über einen Friedensvertrag mit Deutschland wird im Westen ziemlich einmütig abgelehnt. Man sieht in ihr keine Entwicklung, sondern eher einen Rückschritt gegenüber den bisherigen Noten.

Walerian Zorin

An einem politisch heißen Sommertage des Jahres 1948 erschienen der Amerikaner Bedell Smith, der Brite Frank Roberts und der Franzose Chataigneau im Moskauer Außenministerium.

Deutscher Export

Der wirtschaftliche Wiederaufstieg der Bundesrepublik hat manche allzu optimistische Prognose hervorgelockt. Solch übertriebener Optimismus (vielleicht ist es in manchen Fällen nur ein Zweckoptimismus) könnte durch den Bericht, den die Bundesregierung an die OEEC, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa, gerichtet hat und der von der wirtscha tlichen Lage der Bundesrepublik handelt, auf das richtige Maß zurückgeführt werden.

Die Ostsee ist kein russisches Meer

Seit langem hat kein Vorgang in Westeuropa die Drahtzieher des Kremls so in Harnisch gebracht, wie die bevorstehenden Flottenmanöver der NATO in der Ostsee.

ZEITSPIEGEL

Erst jetzt hat die amerikanische Luftwaffe das letzte Funkgespräch eines Jagdfliegers mit einer Flughafen-Kontrollstelle bekanntgegeben, aus dem hervorgeht, daß der Jagdflieger während eines Fluges am 7.

Tagebuch der Zeit: Auf dem Wege zur Emanzipation

Der iranische Ministerpräsident Mossadek hat nach einer Sondersitzung des Kabinetts den ihm von den diplomatischen Vertretern Englands und den Vereinigten Staaten überreichten Vorschlag zur Beilegung des englisch-iranischen Ölkonfliktes in einer an das iranische Volk gerichteten Rundfunkansprache abgelehnt.

Wählt das Leben

Wenn sich der IV. Deutsche Evangelische Kirchentag dem Motto "Wählt das Leben" verschrieb, so konnte er schwerlich einen besseren Verkündungsort wählen als die schwäbische Landeshauptstadt.

Immer noch: das andere Geschlecht

Woran mag es liegen, daß für die deutscheBühne heute nicht mehr jene Art Konversationsstücke geschrieben werden, die man "Liebeskomödien" nennt und für die in früheren Jahrzehnten eine ganze Gilde brillanter Könner (von Oscar Blumenthal über Ludwig Fulda bis zu Bruno Frank) zuständig war? Gewiß absorbiert der Bedarf an unterhaltenden Hörspielen die Arbeitskraft so mancher Schriftsteller, die ohne Rundfunk sich dem Theater verschreiben würden.

Widerstandskämpfer

Ernst Legal ist von der Leitung der Ostberliner Staatsoper zurückgetreten, die er seit 1945 innehatte. Er ist zurückgetreten, nicht "gegangen worden".

Politische und andere Flüchtlinge

Der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, Jakob Kaiser, hat den in der Sowjetzone meistgehörten Sender RIAS benutzt, um ihrer Bevölkerung zuzurufen: "Verlaßt die Ostzone nicht ohne letzte Not.

Erste freie Wahlen in Japan

Es steht mehr als das Schicksal einer Partei auf dem Spiel, wenn die Japaner am 1. Oktober ihr neues Parlament wählen. Fünf Wochen nur dauert der offizielle Wahlkampf, aber seit fast einem Jahr steht jede Äußerung von einigem politischem Gewicht im Zeichen der kommenden Wahl, deren Termin sich nun nicht mehr hinausschieben läßt.

Aller Segen kommt von oben

Für die Zugspitze endet die amerikanische Ockupation am 7. September. An diesem Tage werden die Stars and Stripes eingeholt, und das Schneefernerhaus, das sieben Jahre lang als the highest bar in Europe bezeichnet wurde, wird wieder zu einem deutschen Hotel.

A Mords-Sauerei

Rettet Bayern, aber stärkt mir den Fremdenverkehr! Das ist das Ergebnis der Rosenheimer Tagung der Bayernpartei, von der soeben der zweite Vizepräsident des Bayerischen Landtages, Dr.

Hamburger Invasion in Edinburgh

Es gab einmal von England aus eine künstlerische Invasion, die sich über den ganzen Kontinent erstreckte – fast 400 Jahre ist es her: die englischen Komödianten.

Inflation in den USA

Das Arbeitsministerium der Vereinigten Staaten hat eine Übersicht veröffentlicht, aus der hervorgeht, daß die Kaufkraft des Dollars am Schluß des ersten Halbjahres 1952 für Lebensmittel nur noch 43 Cents, für Bekleidung 45 Cents, für Haushaltsgegenstände 49 Cents und für Mieten 70 Cents gegenüber einer Kaufkraft von 100 Cents in den Jahren 1935/39 beträgt.

Erben französischer Farbigkeit

Fünf norwegische Maler haben in Hamburg – in der Galerie Ernst Hauswedell – ausgestellt. Zwei von ihnen allerdings sind nicht in Norwegen geboren und erst dorthin gekommen, als sie bereits fertige Künstler waren: Rolf Nesch, der von Geburt ein Schwabe ist und aus Obereßlingen stammt, und Paul R.

ROBERT FROST:: Kuh zur Apfelzeit

Übersetzt von Wilhelm Lehmann für die große Ausgabe "Gesammelte Gedichte" des amerikanischen Lyrikers (geb. 1875), die soeben im Kessler Verlag, Mannheim, erscheint (430 S.

Die Illusion der Sachlichkeit

Eine der merkwürdigsten Illusionen unserer so ausschweifend illusionsfreudigen Zeit offenbart sich in der Behauptung, der "Mensch von heute" zeichne sich von dem Menschen früherer Epochen durch betonte Sachlichkeit aus.

Grandma Moses

Mit Grandma Moses’ Bildern ist das so: Um sie wirklich zu schätzen, muß das amerikanische Landleben kennen, das den meisten fremden Besuchern verborgen bleibt, die nur noch New York und in die anderen Großstädte kommen, wo sie immer wieder dieselben Menschen treffen.

Kettenreaktionen des Geistes

Vor genau hundertfünfundzwangig Jahren wurde der Begriff der Weltliteratur dort zum erstenmal geprägt, wo er zur konkreten geistigen Wirklichkeit geworden war: in Weimar.

Auf Inspiration warten?

Der Würzburger Leonhard Frank, Dichter der "Räuberbande" und des "Ochsenfurter Männerquartetts", der seit 1950 wieder in Deutschland lebt, wird am 4.

Monopol bringt Geld

Eine gemeinsam vom Bundesrechnungshof und dem niedersächsischen Landesrechnungshof vorgenommene Prüfung der Bilanzen und des Geschäftsbetriebs der Monopolverwaltung für Branntwein in Hannover für die Geschäftszeit vom 21.

Stiefkinder der Wirtschaft

Was die Dividende anbelangt, ist der Aktionär in den zurückliegenden Jahren das Stiefkind der Wirtschaft und vor allem der Prügelknabe der Steuergesetzgebung geworden.

Nach dem Tauziehen um 7d

Während der Wartezeit auf die jetzt – veröffentlichten Richtlinien hat es an Kritik in puncto 7d nicht gefehlt. Diese Wartezeit ist für einschlägige Kapitalsammelstellen, Geldgeber und Reeder jetzt vorbei, und die Vorwegkritiken an der 7d-Praxis könnten daher ad acta gelegt werden, wenn sie nicht bewiesen hätten, daß Planungswünsche der Reeder und Geldgeber einerseits, der für die Schiffahrtspolitik verantwortlichen Stellen andererseits auseinanderklafften.

Zweckpessimismus?

Die westdeutschen und die Westberliner Hausfrauen erhielten einen nicht gelinden Schreck, als sie von "maßgeblichen Kreisen der deutschen Landwirtschaft" so ganz unvermittelt und aus heiterem Himmel darauf vorbereitet wurden, daß im kommenden Winter mit weniger Fleisch, Butter und Kartoffeln und ergo mit höheren Preisen zu rechnen sei.

Hollands Wirtschaft entspannt

Noch vor einem Jahr galt die Währungslage Hollands als äußerst unsicher. Die Handelsbilanz verschlechterte sich zusehends, und die Korea-Hausse wirkte sich verhängnisvoll aus.

Vermehrte Importsperren und Risiken

Nach mehrmonatigen Verhandlungen hat die deutsche Handelsmission mit Brasilien nun ein Abkommen zur Mobilisierung der deutschen Guthaben abgeschlossen.

Dunkles Jahr für Norwegen

Die jetzt vorliegende Statistik für das erste Halbjahr 1952 erweckt auf den ersten Blick den Eindruck, daß die Lage des norwegischen Außenhandels verhältnismäßig günstig ist.

Piechls Hopfen-Köpenickiade

Die Hallertau und die anderen deutschen Hopfengebiete haben und hatten in den letzten Tagen Hochsaison. Nach einem Jahr, das wegen seiner anhaltenden Trockenheit und des Auftretens der Schädlinge viel von den Pflanzern verlangte, wurde dennoch eine in der Qualität hervorragende Ernte nach Hause gebracht, die allerdings nicht an die Rekord-Hektarerträge des Vorjahres heranreichen wird (Hopfenertragsschätzung 1952: 225 000 bis 240 000 Ztr.

Europas Güterwagen-Pool im Ausbau

Seit dem 1. Mai 1951 besteht zwischen der Deutschen Bundesbahn (DB) und den Französischen Staatsbahnen (SNCF) ein Abkommen über den Austausch und die gemeinsame Benutzung von Eisenbahngüterwagen, das im Hinblick auf die Verwirklichung gesamteuropäischer Bestrebungen von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist.

Fisch-Dilemma

Die Schwierigkeiten, unter denen die westdeutsche Fischwirtschaft nun schon seit Jahr und Tag zu leiden hat, wachsen sich langsam aber sicher zu einer handfesten Krise aus.

Die Angst vor der Konkurrenz

Frankreich war eines der ersten unter den vom Krieg heimgesuchten Ländern Westeuropas, das seine Handels- und Zahlungsbeziehungen im Rahmen der OEEC von den Fesseln der Kriegswirtschaft zu befreien versuchte.

Deutsche Trolley-Busse für Argentinien

Nach langwierigen Verhandlungen ist ein großes deutsch-argentinisches Trolley-Bus-Export-Projekt verwirklicht worden: insgesamt werden 700 Oberleitungs-Omnibusse zu einem Fakturenwert von 20 Mill.

Montanpapiere weiter im Vordergrund

Mit der stetigen Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt – und hier in erster Linie bei den Montanen – hat sich das Interesse des Publikums weiter verstärkt.

Tierschutz an der Leine

Ein Mann ist zu 150 DM Geldstrafe verurteilt worden, weil er sich an fremdem Eigentum vergriffen hat. Das fremde Eigentum war der Schäferhund seines Untermieters.

Im Kinderschiff nach Europa

Die Leinen waren kaum losgeworfen und das Fahrwasser erreicht, als sich auch schon herausstellte, daß wir auf einem Kinderschiff reisen sollten.

"Wie könnt Ihr uns vergessen!"

In Berlin spricht man nur von "der Zone". Denn es gibt auch für den Westberliner nur eine "Zone": die Sowjetzone. Alles, was "Westzone" heißt, ist auch dem Durchschnitts-Westberliner aus Geldgründen unerreichbar.

Mit Bébé über Paris

Schwer lastet die sommerliche Hitze über Paris. Die Luft flimmert, und im Dunst ist selbst der Eiffelturm kaum noch sichtbar.

Verachtet mir die Kegler nicht!

Als Dreikäsehoch mußte ich jede Woche einmal meinen Vater zu dem obligaten Kegelabend in den Dorfkrug begleiten. Meine damals als Kegelbube verdienten ersten Groschen sind mir noch heute in angenehmster Erinnerung, und wenn der alte Herr, was gelegentlich auch vorkam, beim Jahresabschlußkegeln den saftigen Festbraten gewann, herrschte zu Hause eitel Freude.

Rundfunkprogramm in Auslese

Im musikalischen Nachtprogramm des NWDR gab Siegfried Borris, Schüler und Kollege Paul Hindemiths an der Berliner Musikhochschule, einen reizvoll instruktiven Beitrag zum Thema "Programmatik in der neuen Musik".

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