Sowjetische Ärzte und Eugeniker, so berichtet die Sunday Times, sind in der deutschen Sowjetzone eingetroffen, um die SED-Regierung zu beraten. Es soll nämlich auch im Reiche der Pieck, Grotewohl, Ulbricht der neue, gegen jede Umwelteinflüsse immune Sowjetmensch gezüchtet werden. Man weiß, daß dies in der Sowjetunion in Instituten, die Kadettenanstalten ähneln, bereits versucht wird. Kinder, die die Sowjetrussen in den preußischen Provinzen eingefangen haben, und ebenso Kinder, die im griechischen Bürgerkrieg verschleppt worden sind, werden in Erziehungsanstalten, von Leningrad bis Georgien verteilt, zu kommunistischen Avantgardisten ausgebildet. Hauptanliegen dieser Erziehung ist, bei ihnen jede Erinnerung und jede Bindung an frühere Verhältnisse auszulöschen.

Die Deutschen sind von Natur gründlich. Dies zeigt sich auch in der Art, wie sie in der Sowjetzone die gleiche Aufgabe anfassen wollen. In ausgewählten Hotels sollen ausgewählte Individuen männlichen und weiblichen Geschlechts sich frei von moralischen oder familiären Fesseln treffen. Die Ergebnisse solcher Begegnungen sollen den Eltern genommen und vom Staat aufgezogen werden, damit aus ihnen von Familieneinflüssen befreite normierte Musterkommunisten gemacht werden können.

Ist daran eigentlich irgend etwas neu? Müßten nicht die alten SS-Fanatiker dagegen protestieren, daß Pieck, Grotewohl, Ulbricht ihnen die Lieblingspläne ihrer Eugenik gestohlen haben? –l.