Die westdeutschen und die Westberliner Hausfrauen erhielten einen nicht gelinden Schreck, als sie von "maßgeblichen Kreisen der deutschen Landwirtschaft" so ganz unvermittelt und aus heiterem Himmel darauf vorbereitet wurden, daß im kommenden Winter mit weniger Fleisch, Butter und Kartoffeln und ergo mit höheren Preisen zu rechnen sei. Als Ursache dieser durchaus pessimistischen Prognose gaben die westdeutschen Landwirtschaftsexperten, die es ja eigentlich wissen müssen, die Dürre an...

Ganz so schlimm scheint es aber mit jener Dürre doch nicht zu sein. Das Bundeswirtschaftsministerium reagierte jedenfalls prompt auf diesen (Zweck?)-Pessimismus der Bauern und warnte mit überzeugender Sachlichkeit vor der Verallgemeinerung gelegentlicher ungünstiger Erntemeldungen. Im BEM bleibt man nach wie vor bei der Auffassung, daß z. B. bei Brotgetreide die Hektarerträge mit Unterschieden zwischen dem Süden und dem Norden bis etwa 5 v. H. an die vorjährigen Fesstellungen herankommen. Das Ergebnis der Erntefeststellungen der Statistischen Landesämter, die in Zusammenarbeit mit dem BEM vorgenommen wurden, dürfte in Kürze bekanntgegeben werden und einen klaren Überblick gestatten. Hätten die "maßgeblichen Kreise der deutschen Landwirtschaft" diese Veröffentlichung nicht auch abwarten sollen, ehe sie unseren geplagten Hausfrauen die düsteren Wolken einer Lebensmittelverknappung und weiteren Preissteigerung an den Haushaltshimmel malen? we.