Im westfälischen Herzen, im Dortmunder Raum, feierten zum letzten Wochenende mit über 20 000 Belegschaftsmitgliedern viele hundert Männer aus Eisen und Kohle, Maschinenbau und Fachhandel das Werksjubiläum der Dortmund-Hoerder Hüttenunion AG, heute nach der Entflechtung aus dem Bereich der Vereinigte Stahlwerke AG mit rund zwei Mill. Jahrestonnen Stahlkapazität die mit Abstand größte deutsche Stahlerzeugungsstätte. Noch vor Jahresfrist lag dunkle Ungewißheit über den Werksteilen Dortmund und Hoerde. Sie waren auseinandergerissen worden, ihrer besten Produktionsteile durch Demontageraub verlustig gegangen und pendelten als unpersönliches, numeriertes Aktenstück zwischen einem Dutzend alliierter Schreibtische hin und her. Seit kurzem aber haben sie wieder Boden unter den Füßen. In den Hallen und Kontoren spukten sich die Männer in die Fäuste und es entstehen auf dem einst hart zerstörten Werksgelände mit Riesentempo neue Walz- und Blechstraßen, neue Koksbatterien, neue Preß- und Schmiedekapazitäten. Hier, an der Heimatstätte deutschen Schiffbaustahles aller Art, werden ab Oktober von der neuen 3-m-Blechstraße monatlich 20 000 t Bleche zusätzlich gefahren werden. Seit August 1952 läuft 20 v. H. mehr Stahl aus den Öfen als 1938/39.

Das Unternehmen rangiert an der Spitze aller deutschen Stahlwerke, was seine Rentabilität und Produktionskraft betrifft. Es wird in Kürze mit seiner Anfangsbilanz endgültig neu starten und mit etwa 200 Millionen DM Aktienkapital ausgestattet sein. Rlt.