Von Adrian Liddell Hart

Aus siebenundfünfzig Nationen kommen die Fremdenlegionäre. Die Deutschen überwiegen an Zahl. Sie haben zwar keinen Einfluß auf die Truppenführung, aber ohne sie wäre die Legion nicht einen Tag kampffähig. Erstaunlich ist, wie schnell sich ein einheitlicher Legionsgeist auf jeden Rekruten überträgt. Bei Adrian Liddell Hart war das Gefühl der Zugehörigkeit zu seiner Einheit so stark, daß er versuchte, ihr auf eigene Faust vom Ausbildungslager in der Wüste an den Verschiffungshafen nachzureisen.

In der immer drückender werdenden Hitze des afrikanischen Sommertages bewegte ich mich die staubige Straße entlang. Bald kam mir niemand mehr entgegen. Nur die kahlen Sand- und Steinflächen dehnten sich bis ins Unendliche. Als ich am späten Nachmittag durch ein kleines arabisches Dorf kam, überkam mich ein unbehagliches Gefühl, noch unbehaglicher als der Hunger, der Durst und der Muskelkater. Ich hatte den Eindruck, daß ich die ganze Zeit hindurch beobachtet worden war.

Ich ging weiter, ins offene Land. Ein Lastauto verlangsamte sein Tempo, während es mich überholte. Eine Horde Araber sprang hinten herab und lief über die Straße. Ich drehte mich um: hinter mir sammelte sich eine Schar von Dorfbewohnern, an der Spitze ein französischer Polizist, der sehr erhitzt und aufgeregt aussah.

Einen Augenblick schien das alles völlig unwirklich, so wie in einem jener französischen Groteskfilme, die ich mir in Oxford Street oft angesehen hatte. Aber die Pistole, die mir der Polizist auf ein paar Meter Entfernung vorhielt, war weder unwirklich noch grotesk. Es blieb mir nichts übrig, als meine beiden Hände hochzunehmen, wie er es mir befahl. Ein paar Araber durchsuchten mich sofort, wobei sie fluchten und mich stießen. Dann wurde ich, immer noch mit erhobenen Händen, zur nächsten Polizeistation eskortiert, wo jedes Stück meiner Kleidung sorgfältig untersucht wurde. Ich mußte Fingerabdrücke von mir nehmen lassen und meinen ganzen Lebenslauf zu Protokoll geben. Es hätte ja sein können, daß ich ein international gesuchter Gangster war.

Bald erschien ein Offizier aus meiner Kaserne in einem Jeep. Er sprach mit dem Polizeibeamten und richtete die Augen ausdrucksvoll zum Himmel empor

Sobald der Jeep mit mir wieder in der Kaserne war, wurden mir der Gürtel und die Schnürsenkel abgenommen. Dann kam ich für die Nacht in eine verschlossene Zelle. Daß nur eine Pritsche aus Stein da war, machte mir nichts aus, denn ich war sehr müde.