Soweit zu hören, dürfte der Verkauf der Krupp-Kuxe der Zeche Constantin der Große an die Franzosen inzwischen mehr oder weniger perfekt geworden sein. Als zweites großes Paket, das ins Schwimmen gerät, darf der Flicksche Kohlenbesitz angesprochen werden. Im Zuge der Neuordnung nach Gesetz Nr. 75 muß nun Friedrich Flick seinen Majoritätsbesitz bei der Harpener Bergbau AG und der Essener Steinkohlenbergwerke AG verkaufen. Flick erklärte, daß er diese Verkaufsauflage in Abstimmung mit der Bundesregierung lösen werde. Ferner sei es seine Absicht, in erster Linie für diese Kohlebeteiligungen Interessenten aus deutschen Kreisen zu finden. Berücksichtigt man die Tatsache, daß die alliierten Zusatzbestimmungen zu den Verkaufsauflagen praktisch den Kreis deutscher Interessenten auf ein Minimum einschränken – weder Kohle noch Eisen noch Stahl dürfen nämlich Käufer sein – so kann die Kombination Bundesbahn-Harpen oder Essener als recht glücklich angesprochen werden. Die Bundesbahn ist mit über 12 Mill. t jährlichen Kohlenverbrauchs der größte westeuropäische Kohlenverbraucher. Harpener und Essener verfügen zusammen über eine Jahresförderung von rund acht Mill. t oder etwa 8 v. H. der Ruhrkohlenförderung. Es dürfte allerdings nicht daran gedacht sein, daß die Bundesbahn den gesamten Flick-Besitz allein erwerben wird; sicherlich aber wesentliche Teile davon. Auf alle Fälle sieht der Plan eine langfristige Finanzierung dieser Paketübernahme vor, ohne daß die normale Betriebsrechnung der Bahn belastet wird. Aus diesem Grunde ist auch Bundesfinanzminister Schäffer stark in die Verhandlungen eingeschaltet.