Umgründung der Behring-Werke AG. Als erste der angekündigten Tochtergesellschaften der Farbwerke Hoechst AG., Frankfurt/Main-Höchst, wurde die Behring-Werke AG., Marburg an der Lahn, aus der Kontrolle gemäß Gesetz Nr. 35 (IG-Farben-Entflechtung) entlassen. In der Hauptversammlung der Behring-Werke AG. am 3. September in Marburg (Lahn) wurden die Gesellschaftsorgane neu gebildet. Der Aufsichtsrat besteht aus den Vorstandsmitgliedern der Farbwerke Hoechst AG., Dr. Michael Erlenbach (Vors.), Dr.-Ing. Karl Winnacker (stellv. Vors.) und Johann Moser, ferner aus Ministerialrat Dr. Hans von Behring (aus der Gründerfamilie), Leiter der Abteilung Gesundheitswesen im hessischen Innenministerium, Ministerialrat Dr. Karl Buhl, Leiter des Veterinärreferats im BEM, Professor Dr. Hans Schmidt, langjähriges Mitglied der Behring-Werke und früherer Leiter des Hygienischen Instituts der Universität Marburg, sowie aus den Betriebsratsmitgliedern Heinrich Funk und Peter Naumann. Zu Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft wurden bestellt: Prof. Dr. Albert Demnitz, Martin Gude, Dr. Hermann E. Schultze. In Übereinstimmung mit einer von dem IG-Farben-Kontroll-Ausschuß (Trifco) erlassenen Anordnung beschloß die Hauptversammlung ferner, die ehemaligen IG-Farben-Betriebe Behring-Werke, Marburg (Lahn), das Behring-Institut Eystrup und die Behring-Institut Berlin GmbH, zu übernehmen.

Die Bergwerksgesellschaft Dahlbusch, Gelsenkirchen-Rotthausen, konnte trotz der im Jahre 1951 für den Kohlenbergbau eingefahren Maßnahmen zum Preisausgleich keine ausgeglichene Ertragslage herbeiführen. Preiserhöhungen für Stahl und Grubenholz haben das Ertragsbild beeinträchtigt. Außerdem litt die Gesellschaft im Berichtsjahr noch unter den Nachwirkungen der Schlagwetter-Explosion vom 20. Mai 1950 und der dadurch notwendig gewordenen Abdämmung des Westfeldes. Die Kohlenförderung bei Dahlbusch zeigt daher im Berichtsjahr nur eine verhältnismäßig kleine Zunahme um 1,4 v. H. auf rund 0,85 Mill. DM, während die Kohlenförderung im Bundesgebiet im Durchschnitt im Jahre 1951 gegenüber 1950 um 7,4 v. H. gestiegen ist. Bei einem auf 27,28 (22,14) – alles in Mill. DM – erhöhten Rohertrag und 2,68 (2,61) Anlageabschreibungen entstand ein Verlust von 0,18 (1,08), der wie im Vorjahr durch Teilauflösung der gesetzlichen Rücklage getilgt werden soll.

Auf der HV der Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG. in Wuppertal gab Generaldirektor Dr. h. c. Vits einen großangelegten Überblick über die Lage der Chemiefaser-Wirtschaft in der Bundesrepublik und in bezug auf ihre Verflechtung mit der internationalen Entwicklung. Vits führte aus, daß bei aller Zurückhaltung hinsichtlich konkreter Aussagen über die Konjunkturgestaltung die jetzt erreichte Wirtschaftsphase auf Grund der Entwicklung in der Bundesrepublik in den letzten Monaten die Schlußfolgerung zulasse, daß die Absatzflaute in vielen Bereichen der Textilwirtschaft den Tiefpunkt überschritten habe. Allerdings dürfe man infolge der am Markt gegebenen Faktoren nicht mit einem raschen Umschlagen in eine konjunkturelle Expansion rechnen. Auf Grund der Marktlage seien bei der Chemiefaser Umschichtungen größeren Ausmaßes erfolgt, und zwar die Einschränkung der Erzeugung von Textilreyon zugunsten einer- Erhöhung der Produktionskapazität von Perlon und technischem Reyon. Im Hinblick auf die Ertragslage des Unternehmens hält es Vits mit Hinweis auf die Tatsache, daß der Anteil des Partners "Fiskus" am Bruttoertrag 1951 nahezu drei Viertel beträgt, für seine Pflicht, erneut die Forderung nach einer konstruktiven, die Wirtschaft fördernden und die persönliche Leistung stimulierenden Reform der Steuergesetzgebung sowie nach Einsparungen bei den staatlichen Verwaltungen zu erheben. In die Betriebsanlagen von Glanzstoff sind seit der Währungsreform fast 65 Mill. DM neu investiert worden, davon 24 Mill. DM im Jahre 1951. Hauptfinanzierungsquelle waren die Abschreibungen (also eigene Mittel) sowie langfristige Baudarlehen. Das Eigenkapital nebst den langfristigen Darlehen deckt fast restlos das Vorratsvermögen. Die Forderungen und Geldwerte verhalten sich zu den kurzfristigen Rückstellungen und Schulden einschließlich der vorgeschlagenen Dividende (5 v. H.) für 1951 wie 100:92.

Das Geschäftsvolumen der Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot (GdF) in Ludwigsburg hat sich nach dem jetzt vorliegenden Geschäftsbericht dieser / größten privaten Bausparkasse im Bundesgebiet im Geschäftsjahr 1951 weiter in ungewöhnlichem Tempo und Umfang ausgeweitet. Der Zugang belief sich auf 32 354 Bausparverträge mit 555,43 Mill. DMark Vertragssumme. Der Gesamtbestand an Bausparvertragen erhöhte sich damit von 112 067 Verträgen mit 1,77 Mrd. DM Vertragssumme am 31. Dezember 1950 auf 134 681 Verträge mit 2,20 Mrd. DM Vertragssumme am 31. Dezember 1951. Auch in der ersten Hälfte des laufenden Jahres hat sich das Geschäft dem Bericht zufolge weiter überaus günstig entwickelt. Der Zugang an Bausparverträgen im ersten Halbjahr 1952 belief sich auf 15 158 Verträge mit 270,30 Mill. DM Vertragssumme. Bis zum 30. Juni 1952 hatte sich damit der Bestand an Bausparverträgen auf 142 407 Verträge mit 2,38 Mrd. DM Vertragssumme erhöht. Seit der Währungsreform bis zum 31. Dezember 1951 sind dem Zuteilungsstock insgesamt 203,72 Mill. DM zugeflossen. Baugeldzuteilungen erfolgten im vergangenen Jahr in Höhe von 70,30 Mill. DM für 5509 Bau- und Wohnsparverträge. Ferner wurden Zwischenkredite und andere Baudarlehen von 12,40 Mill. DM gewährt. Der Gesamtbetrag der Baugeldbereitstellungen der GdF seit der Währungsreform hat sich damit bis zum 31. Dezember 1951 auf 185,50 Mill. DM erhöht.

Günstige Entwicklung der "Leonberger". Wie auf der HV der Leonberger Bausparkasse AG. in Leonberg mitgeteilt wurde, hat sich im ersten Halbjahr 1952 eine wesentliche Geschäftsausweitung ergeben. Gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres sind das Neugeschäft und der Geldeingang um 20 v. H. gestiegen. Die HV beschloß die Ausschüttung einer Dividende von 5 v. H. auf das AK von 250 000 DM und die Erhöhung des Kapitals auf 500 000 DM.

40 v. H. Rückvergütung bei schadenfreien Kraftfahrt-Haftpflicht. Die Bayerische Versicherungskammer, der als Staatlich-zentraler Behörde die Verwaltung des Bayerischen Versicherungsverbandes (der sich aus 17 Anstalten zusammensetzt) obliegt, will für die 1951 schadenfrei gebliebenen Kraftfahrer eine Prämienrückvergütung von 40 v. H. (in der Vollkasko-Versicherung von 15 v. H.) gewähren, die nach Genehmigung durch den Bundeswirtschaftsminister auf den Beitrag 1953 angerechnet werden soll. Die günstigen Bilanzergebnisse erlaubten schon 1950 eine allgemeine Beitragsrückgewähr von 20 v. H. der Jahresprämie in der Kraftverkehrsversicherung und 15 v. H. in den Sachsparten. Wie auf einer Pressekonferenz mitgeteilt wurde, stand 1951 einer Gesamt-Beitragseinnahme von rund 126 Mill. DM eine Auszahlung für Schäden usw. von 90,5 Mill. DM oder 72 v. H. gegenüber. Die verbleibenden Beträge werden nach Abzug der Verwaltungskosten nutzbringend angelegt. So wurden seit der Währungsreform 45 Mill. DM als Darlehen ausgegeben und für fast 20 Mill. DM Wertpapiere erworben. Sehr günstig sei auch der Schadensverlauf bei der Bayerischen Landeshagelversicherungsanstalt gewesen. Im laufenden Jahr konnten auch in den schadensgünstigen Kreisen die Beiträge an die Landesbrandversicherungsanstalt erheblich gesenkt werden. Als Ursache für den günstigen Geschäftsverlauf wurde die Struktur als öffentlichrechtliche Anstalt mit niedrigen Verwaltungs-und Werbungskosten, die günstige Risiko-Auslese und die regionale Beschränkung auf Bayern angegeben.

Keine Dividende bei C. H. Hutschenreuther. Die HV der Porzellanfabrik C. M. Hutschenreuther AG., Hohenberg an der Eger, beschloß, den 1951 nach Abschreibungen verbleibenden Gewinn zur Tilgung des Verlustvortrages von 0,15 Mill. DM zu verwenden und den Rest vorzutragen. Eine Dividendenausschüttung für dieses Jahr war noch nicht möglich. Das AK wurde im Berichtsjahr von 1,8 auf 2‚4 Mill. DM erhöht. Der Inlandumsatz konnte gegenüber 1950 um 56 und der Exportumsatz um 53 v. H. gesteigert werden.