Erlebnisse eines jungen Engländers in Afrika und Indochina – IV. Vorstufe einer internationalen Truppe

Von Adrian Liddell Hart

"Es hat Augenblicke gegeben, in denen ich die Legion haßte. Aber gelangweilt habe ich mich nie ..." Das schreibt Adrian Liddell Hart, der Verlasser unseres Berichtes, den wir in dieser Ausgabe abschließen. Die Legion ist auch heute noch ebensosehr Anreiz abenteuerlustiger junger Leute, wie Schrecken. Aber sie ist noch mehr: sie ist praktisch die einzige "europäische Truppe", die schon besteht; freilich unter nationalen französischem Befehl. "Will man die Legion in ihrer ganzen Kraft erkennen", so schrieb Liddell Hart in der letzten Fortsetzung, "dann muß man sie erleben, wenn sie in Aktion ist. Wenige wissen, wie und warum vor sechs Jahren der Krieg in Indochina begann. Und niemand kann sagen, wann er zu Ende sein wird. Aber das kümmert die Legion wenig. Sie kämpft weiter – für die Legion!" – Wir setzen heute den Bericht über eine "typische Aktion", den Einsatz von "Krabben" (amphibischen Motorfahrzeugen) fort:

Während des Tages sprangen wir alle zehn Minuten in das schlammige Wasser, das uns bis an die Oberschenkel, an die Hüfte, ja an die Brust ging, und tauchten, um das dichte Gras abzureißen, das sich in den Rädern und Achsen der "Krabbe" verfangen hatte.

Sobald wir wieder an Bord waren, verbrannten wir die Blutegel, die sich im Wasser an uns festgeklammert hatten, und beobachteten die Schlangen, wie sie sich davonmachten, wenn das aufgewühlte Wasser das Gras überspülte.

Wir operierten in einer "Befriedungszone" (das ist die offizielle Bezeichnung). Jedesmal wenn wir eine Gruppe hölzerner Hütten erreichten, feuerten wir ein paar Schüsse ab, und dann krochen einige von uns durch den Sumpf, um nach verborgenen Lebensmitteln und Waffen zu suchen. Bisweilen fuhren wir an Frauen und Kinder vorbei, die sich unter den Fußböden der Hütten versteckten und sich in kleinen Holzbooten unter dem hohen Gras versteckt hielten.

Dann nahmen wir quiekende Schweine an die Leine und schlugen Hühnern den Kopf ab – eine düstere Vorbedeutung auf das Schicksal, das uns erwartete für den Fall, daß wir den Partisanen in die Hände fielen.