Auf ihrem Rosenheimer Parteitag hat die Bayernpartei ihr weiß-blau Gärtlein bestellt, aber darin sind nun rote Rosen gewachsen. Dr. Fischbacher, der neue Parteivorsitzende, und sein Vorgänger, Dr. Baumgartner, haben der CSU Kampf bis aufs Messer angesagt. Und das spielt sich nun so ab: Im Münchner Stadtrat ist eines der wichtigsten Referate – das Personalreferat – mit einem SPD-Mann besetzt worden – dank der Stimmen der Bayernpartei. Auch bei der Wahl der anderen Verwaltungsräte und Referenten hat die Bayernpartei mit der Linken gegen die CSU gestimmt. Das Wiederaufbaureferat ist auf diese Art sogar in die Hand eines Kommunisten gekommen. Nun erwartet man, daß die Bayernpartei im Landtag diese Taktik fortsetzen wird, wobei man sich daran erinnern muß, daß dort eine Koalitionsehe zwischen der SPD und der CSU besteht. Im angelsächsischen Familienrecht gibt es einen Scheidungsgrund, herbeigeführt durch "Entfremdung der Zuneigung". Sollte die Bayernpartei selbst Eheabsichten haben? Nach deutschem Recht kann zwar der Ehestörer den betörten Gattenteil nicht heimführen. Aber vielleicht gelten in der Politik andere Gesetze. Doch wie sollen dann die Farben des Allianzwappens aussehen? Blau-weiß-rot? Das könnte doch zu Mißdeutungen Anlaß geben. H. P. L.