Von Giovannino Guareschi

Im Donau-Verlag, Wien, erscheint demnächst ein neues humoristisches Werk von dem Verfasser des so berühmt gewordenen Schelmenromans "Don Camillo und Peppone". Es wird heißen: "Enthüllungen eines Familienvaters" und gibt sich als Selbstbiographie des Autors aus. In dem Kapitel, das wir mit Erlaubnis des Verlages abdrucken, schildert Guareschi, was ihm (angeblich) nach bestandenem Abitur geschehen ist.

Kauf dir ein Pferd, Giovannino, und geh nach Argentinien. Dort ist Platz für alle, und wenn du schlau bist, kannst du dein Glück machen", sagte Großmutter Giuseppina, und gab mir fünfzehn Centesimi.

Ich dankte Großmutter Giuseppina und erklärte ihr, es schiene mir nicht so dringend, fortzugehen und in Argentinien mein Glück zu suchen.

"Doch, du wirst fortgehen müssen, Giovannino", erklärte Großmutter Giuseppina mit Tränen in den Augen.

Wenn es schon seltsam erscheinen mag, daß eine alte Frau eine so persönliche Meinung in geographischen Dingen hat, wird es noch seltsamer erscheinen, daß sie fünfzehn Centesimi als ausreichend für den Ankauf eines Pferdes ansieht. Ein Pferd, mag es noch so heruntergekommen sein, ist immer ein Pferd; auch wenn es nur ein Bein hat, ist es immer noch ein Stück Vieh, das auf dem Markt unweigerlich einen höheren Wert als fünfzehn Centesimi darstellt.

Wenn aber ein Pferd immer ein Pferd ist, ist es ebenso wahr, daß Großmutter Giuseppina immer Großmutter Giuseppina ist.