Während in Brotgetreide im laufenden Erntejahr eine Welt-Rekordernte zu verzeichnen ist, bleibt die Welt-Reisversorgung auch weiterhin angespannt. Für das Erntejahr 1951/52 wird die Welternte auf 153,5 Mill. t geschätzt. Obwohl damit die Erzeugung um 2 v. H. größer als vor dem Kriege ist, reicht sie bei weitem nicht aus, um den Bedarf der stark gestiegenen Bevölkerung Asiens zu befriedigen. Während früher Asien große Reisüberschüsse nach Europa und Amerika lieferte, ist es jetzt selbst auf Zufuhren aus USA, das seine Reiserzeugung stark gesteigert hat, aus Italien und Südamerika angewiesen. Da von dort aber auch der europäische Reisbedarf gedeckt werden muß, sind die asiatischen Zuschußländer auf vermehrte Getreideeinfuhren angewiesen. Im vorigen Jahre hat besonders Indien große Mengen Weizen aus USA eingeführt.

Die erste Woche der am 1. September begonnenen Wo 11 – Versteigerungen der neuen Saison hat mit einer Enttäuschung für die Wollproduzenten geendet. Man hatte gehofft, daß die Preise sich auf dem Stand der letzten Auktionen des Jahres 1951/52 halten würden. Statt dessen ist der Durchschnittspreis für 64er Merinowolle auf 132 d je lb gegen 136 d Ende Juni zurückgegangen. Hauptkäufer auf diesen ersten Auktionen waren Europa und Japan, während sich England und die USA sehr zurückhielten. In der laufenden Woche beginnen die ersten Londoner Wollauktionen, auf die nunmehr alle Hoffnungen der Empire-Produzenten gesetzt werden. Den wichtigsten Unsicherheitsfaktor der neuen Saison bildet das große argentinische Angebot, das anscheinend bereits zu beträchtlichen Eindeckungen seitens einiger Verbraucherländer (USA und Europa) geführt hat.

Bis in den September hinein lauteten alle privaten Schätzungen über die diesjährige amerikanische Baumwollernte auf über 14 Mill. Ballen (die niedrigste Schätzung war die von 58 Mitgliedern der New Yorker Baumwollbörse mit 14,42 Mill. Ballen). Um so mehr verstimmte deshalb die vor einigen Tagen veröffentlichte neue Schätzung des USA-Landwirtschafts-Department, die den Ertrag auf nur 13,89 Mill. Ballen berechnet und damit um nicht weniger als 846 000 Ballen hinter der Augustschätzung zurückbleibt. Eine Gefahr für die Weltversorgung ergibt sich daraus jedoch auf keinen Fall, da einmal ein sehr großer Überhang aus der vorigen Welternte vorhanden ist und zum anderen aus den kleineren Erzeugungsländern teilweise Rekordernten angekündigt werden. So erwartet Ägypten eine sehr große Ernte von guter Qualität, ebenso die Türkei. In beiden Ländern haben neuerdings die Verkäufe aus den staatlich bevorschußten Überschüssen der alten Ernte beträchtlich zugenommen. In der Türkei befindet sich gegenwärtig auch eine deutsche Einkaufsdelegation. Über den Umfang der von ihr beabsichtigten Käufe ist bisher allerdings noch nichts bekanntgegeben worden.

Sehr großes Interesse wird der am 17. September in London begonnenen Internationalen Baumwollkonferenz der hauptsächlichsten Baumwollindustrieländer entgegengebracht, auf der eine Einigung über die zukünftige Weltproduktion auf dem Wege über Exportquoten versucht werden soll. Japan hat allerdings schon seine Bedenken gerade gegen Exportquoten geäußert.

Die Kautschukpreise haben in den letzten Wochen einen scharfen Rückgang erfahren. Bezahlt werden gegenwärtig in London nur noch 22 1/2 d je lb gegen 24 d Anfang des Monats und 26 1/2 d Anfang August. Der Druck geht einmal von der noch immer zunehmenden Produktion und zum andern von der Auflösung von Spekulationsvorräten in Singapore aus, die jetzt zu jedem Preis abgestoßen werden.

ol.

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