Illusionäre Nazi-Juwelen

Um den angeblichen Juwelenschatz des ehemaligen Gauleiters von Tirol, Hofer, hat in Innsbruck ein großer Betrugsprozeß stattgefunden. Der Tiroler Kaufmann Heinz Reinalter hatte dem Meraner Großindustriellen Alois Hajeck 1946 angedeutet, er werde von den französischen Besatzungsbehörden verfolgt, weil er wisse, wo der Schatz des Gauleiters Hofer vergraben liege. Die "Verwahrer" des großen Gold- und Juwelenschatzes würden sich mit 20 Millionen Lire begnügen. Der Großindustrielle fiel darauf herein und schickte tatsächlich einen Freund mit 36 000 Schweizer Franken, 7000 Dollar und 5 Millionen Lire zur Befriedigung dieser Ansprüche und zur Empfangnahme des Schatzes an den vorgesehenen Treffpunkt zu Reinalter. Dort überraschte die beiden ein als Polizist verkleideter Kumpan des Betrügers. Der Vertrauensmann des Großindustriellen floh und warf die Aktentasche mit den Banknoten in ein Gebüsch. Erst viel später hörte der Betrogene von den Streitigkeiten der beiden Betrüger über die Verteilung der Beute und erstattete Anzeige. Reinalter wurde zu acht Jahren schweren Kerkers verurteilt.

Arbeit macht das Leben süß

Davon ausgehend, daß vorzeitige Senilität bei alten Leuten häufig auf einem Gefühl der Nutzlosigkeit beruht, hat eine Gemeinde im Norden Londons ein Unternehmen gegründet, das alten Leuten leichte Arbeit und etwas Verdienst verschafft. Das bisher noch kleine Unternehmen hat sich vortrefflich bewährt. Die alten Leute arbeiten in den für sie eingerichteten Werkstätten von Montag bis Freitag täglich zwei Stunden in zwei Schichten. Der Verdienst ist mit 6 DM wöchentlich zwar gering, aber der psychologische Erfolg ist um so größer.

Infiltration

Wie die kommunistische "Neue Chinesische Nachrichtenagentur" aus Peking meldet, will schon wieder eine wissenschaftliche Kommission festgestellt haben, daß von amerikanischen Streitkräften im Koreakrieg bakteriologische Waffen eingesetzt würden. Interessanter als diese Meldung ist aber die Liste der Teilnehmer jener wissenschaftlichen Kommission. Zu ihr gehört Dr. Joseph Needham, Dozent für Biochemie in Cambridge, der von 1942 bis 1946 einer britischen wissenschaftlichen Mission in China vorstand und Berater an der britischen Botschaft in Tschungking war.

Offizier der öffentlichen Meinung

Die Militarisierung in der Sowjetzone hat nicht nur den Jargon, sondern auch den Beruf des Journalisten erfaßt. "Truppenoffiziere der öffentlichen Meinung" – das seien, so erklärt Rudolf Herrnstadt vom Parteiorgan "Neues Deutschland", jetzt alle östlichen Journalisten. Der Dienstplan für die "Truppenoffiziere der öffentlichen Meinung", die Redakteure der Sächsischen Zeitung sind, sah so aus: Vier Artikel über "Die SED führt das Volk zum Sozialismus", sieben Artikel über "Aufgabe und Rolle der Staatsmacht beim Aufbau des Sozialismus", elf Artikel über "die Schaffung der wirtschaftlichen Grundlage des Sozialismus". Als "Unteroffiziere" werden die Volkskorrespondenten bezeichnet. Das sächsische SED-Organ besitzt deren tausend.