Der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, möchte man zitieren, wenn man erfährt, daß sich der deutsche Brauerbund an das Ernährungsministerium zur Bereitstellung von Mitteln für den Import amerikanischen Hopfens gewandt hat. Das Aroma des amerikanischen Hopfens nämlich ist für den Gaumen des deutschen Biertrinkers nicht – gerade konvenabel, wobei allerdings der gegenwärtige inländische Hopfenpreis sich noch weniger nach dem Geschmack der Brauer richtet. Wurden am Beginn der Hopfenkampagne noch Preise zwischen 500 und 550 DM genannt, so kamen in der Zwischenzeit trotz eines – fast möchte man sagen – Käuferstreiks von Seiten der Brauereien, meist durch Gebote des Hopfenhandels schon Preise über 800 DM zustande, obwohl sich noch der weitaus größere Teil der Ernte in den Händen der Erzeuger zu befinden scheint. Eine solche Entwicklung erinnert nicht gerade mit Behagen an jene Preisspirale vor zwei Jahren, die Fantasiegebote in der späteren Saison fast die Zwei-Mille-Grenze erreichen ließ.

Müßig zu sagen, daß eine solche Entwicklung ernste Hindernisse für den Export des deutschen Edelhopfens, der sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit erfreute, mit sich bringen wird. Müßig auch zu sagen, daß die einheimischen Brauereien, wenn auch im Rahmen des "Möglichen", nach dem amerikanischen Hopfen greifen werden, dessen Aroma zwar nur eine geringe Mischung zuläßt, dessen Preis aber – man rechnet mit etwa 450 DM – gegenüber dem Inlandshopfen einen nicht zu unterschätzenden Anreiz bildet. Bleibt nur zu hoffen, daß es dem Importhopfen gelingen möge, mehr den Preis als den Geschmack unseres Bieres zu beeinflussen. Dies sollte nicht unmöglich sein, da die Hopfenpflanzer selbst ihre Erzeugungskosten mit etwa 400 DM beziffert haben. H. K.