Mit einem Aufwand von 14 Mill. DM hat Hamburg seinen veralteten und im Kriege nachhaltig zerstörten Fischereihafen wiederaufgebaut und zugleich modernisiert, um ihm endlich den Wettbewerb mit den übrigen deutschen Seefischmärkten Bremerhaven, Cuxhaven und Kiel zu ermöglichen. Die Wiederaufbauarbeiten werden Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Dieser Tage erfolgte nun die Richtfeier für die Reederei-Schuppen auf dem neuen Ausrüstungskai, die Hamburgs Wirtschaftssenator, Prof. Dr. Schiller, zum Anlaß nahm, die Ansichten Hamburgs über die folgenschwere Krise der deutschen Fischwirtschaft darzulegen (wir hatten uns unser dem Titel "Fisch-Dilemma" in Nr. 36 ausführlich mit ihr beschäftigt). Prof. Schiller sprach sich mit Nachdruck für die Erhaltung und Stabilisierung der Nahrungsquelle Fisch aus, hält jedoch eine weitere Steigerung des Fischverzehrs nur auf längere Sicht und unter Einsatz erheblicher Werbe- und Absatzförderungsmaßnahmen für möglich. Die bisherige Verbrauchskrise, so sagte er, sei zu einer Unkostenkrise und einer Krise der Übersetzung gewisser Sparten der Fischwirtschaft geworden, der man nur mit umfassenden Rationalisierungsmaßnahmen begegnen könne. Dieser Vorschlag dürfte der Unterstützung weiter Kreise der Fischwirtschaft selbst gewiß sein, um endlich einen ersten grundsätzlichen Versuch zu unternehmen, der von uns bereits in unserer kürzlichen Veröffentlichung mit Nachdruck gefordert worden war.

Der Vorschlag Schillers sollte den Verantwortlichen in Bonn zu denken geben. ww