Auf einer Tagung des Landesverbands der Bayerischen Industrie in Bayreuth stellten der Vorsitzende Dr. Otto Seeling und Bundestagsabgeordneter Franz Strauß (CSU) fest, daß Westdeutschland durch die Auslandsverträge der letzten Zeit mit Verpflichtungen von jährlich über 10 Mrd. DM belastet werde, insbesondere durch den Deutschlandvertrag, den Verteidigungsbeitrag, den Schuman-Plan, das Londoner Abkommen und den Vertrag mit Israel. Diese Leistungen der Bundesrepublik, zusammen mit einem Sozialhaushalt von 9 Mrd. (den Lastenausgleich nicht gerechnet), bedrohen die gesunde Entfaltung der deutschen Wirtschaft. Es sei zu befürchten, daß jede Depression, die von den Weltmärkten ausginge, in einem finanziell so überbelasteten Deutschland erhebliche Folgen haben müßte. Daher sollte das Ausland, so sagte Abgeordneter Strauß, bei der Durchführung des deutschen Beitrags zur europäischen Verteidigung eine weitgehende Mithilfe leisten. Dr. Seeling betonte, daß die heutigen Steuern unter dem System der Veranlagung die Grenzen des sittlich Vertretbaren bereits überschritten hätten und eine große Steuerreform zur Pflicht machten; sonst würde auch jede Kapitalbildung unterbunden. Professor Schrewe (Hamburg) sprach über die Aufgaben des Unternehmers und über die Überwindung der künstlichen ideologischen Gegensätze der Wirtschaftsteilnehmer aus der gemeinsamen Verpflichtung gegenüber der Allgemeinheit. v. Z.