Nach Vorbereitungen, die rund zwei Jahre dauerten, tritt nun der Internationale Messe- und Ausstellungsdienst GmbH. (IMAG) München mit seiner bisher vielleicht interessantesten Aufgabe ans Licht der Öffentlichkeit. In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Ägyptischen Handelskammer und den Bonner Ministerien für Wirtschaft und Ernährung veranstaltet der IMAG vom 31. 1. bis 22. 2. 1953 in Kairo eine deutsche Industrieausstellung. Auf dem insgesamt 15 000 qm großen Ausstellungsgelände in Kairo-Guezireh werden alle Sparten des Maschinenbaus, landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, Pumpen und Motoren, Traktoren, Stahlkonstruktionen, Förderanlagen, Fahrzeuge, Elektrotechnik, Feinmechanik und Optik, Blech- und Metallwaren, Porzellan, Lederwaren, Spielzeug und auch Laboratoriumseinrichtungen vertreten sein. Bisher haben über 460 Firmen der Ausstellung, die den gesamten Vorderen Orient ansprechen wird, ihre Teilnahme zugesagt. Anmeldeschluß ist der 15. Oktober.

IMAG-Leiter Dr. Joachim Hietzig zeigte sich auf einer Pressekonferenz in München sehr optimistisch: "Es kam bei dem starken Interesse der westdeutschen Industrie der Stein ganz von selbst ins Rollen", meinte er, zumal die Beteiligungskosten für die Aussteller auf Grund rationeller Vorbereitungsarbeiten nicht höher als bei innerdeutschen Veranstaltungen liegen werden.

Richtig genutzt, könnte Kairo die Chance für die westdeutsche Industrie werden, um auf dem Markt des Vorderen Orients richtig Fuß zu fassen. Diese erste westdeutsche Industrieausstellung wird nicht nur eine Visitenkarte für unsere Leistungsfähigkeit sein, sondern zugleich auch ein Gegengewicht gegen jene arabischen Boykottdrohungen, die anläßlich des Vertrages mit Israel laut geworden sind. Hier kann der Nachweis erbracht werden, daß diese politische Notwendigkeit nicht den Handel auf einem für Westdeutschland zukunftsreichen Markt beeinträchtigen muß. Wir schließen uns deshalb der Meinung Dr. Hietzigs an, wenn wir fragen, ob man bei einer solchen Gelegenheit die staatliche Beteiligung in Form eines Informationsstandes der beiden Bundesministerien für ausreichend hält? Kairo und damit das Entree der westdeutschen Industrie in Ägypten sind doch wohl mehr Interesse wert! H. K.