Die New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie, Hamburg, konnte für 1951 (im Gegensatz zu den Vorjahren) keine Dividende ausschütten. Zwar sieht der Vorstand, vom Betrieblichen her betrachtet, das Jahr 1951 als durchaus befriedigend an, doch erfordert die Ausweitung des Geschäfts ständig vermehrte Mittel, so daß schon aus Gründen der Liquidität alle gesetzlich gegebenen Möglichkeiten ausgenutzt werden mußten, um die Steuerfälligkeiten so niedrig wie möglich zu halten. Gegen den Vorschlag der Verwaltung, den erzielten Gewinn von 0,119 Mill. DM vorzutragen, machte sich eine Opposition von 3000 DM geltend. In der Bilanz fällt die beträchtliche Zunahme der Bankschulden auf, die auf der Aktiv-Seite in den erhöhten Posten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ihren Niederschlag finden. Der Vorstand begründet die hohe Rohstoffhaltung mit der Umstellung der Produktion auf die Herstellung von Kunststoffen, die besonders materialbetont sind. Andererseits sei jedoch die Gesellschaft bemüht, diesen Posten allmählich abzubauen. In den Rohstoffen befinden sich nach Aussage des Vorstandes keine Risiken. Die Gesellschaft leidet seit einiger Zeit unter dem Konjunkturrückschlag, der zu teilweiser Kurzarbeit zwang. Auch in den ersten drei Quartalen 1952 konnten die maschinellen Kapazitäten nicht in befriedigendem Umfang ausgenutzt werden. Dieser Umstand, ebenso wie die zum Teil stark rückläufigen Verkaufspreise, werden nicht ohne Einfluß auf das Betriebsergebnis von 1952 bleiben. Letzthin macht sich allerdings eine Belebung bemerkbar; außerdem verspricht sich die Geschäftsleitung von den verschiedenen im Gange befindlichen Rationalisierungen für die Zukunft gute Erfolge.

Kölsch-Fölzer-Werke AG., Siegen, nimmt Dividendenzahlung auf. Die HV des Unternehmens beschloß, für das Geschäftsjahr 1950/51 (30. Juni) die Dividendenzahlung mit 4 v. H. auf das 3,2 Mill. DM betragende Grundkapital aufzunehmen. Bei einem Rohertrag von 5,1 (4,09) Mill. DM und 0,6 (0,64) Mill. DM Abschreibungen verblieb ein Reingewinn von 0,13 Mill. DM (im Vorjahr: Verlust von 0,13). Im Berichtsjahr war insbesondere die Abteilung Stahlbau durch Auftrage von in- und ausländischen Hüttenwerken stark beschäftigt. Der Exportanteil am Gesamtumsatz stieg weiter.

Der Aufbau des Fernschreibknotenamtes Stuttgart, der kürzlich abgeschlossen wurde, ist für die C. Lorenz AG. von größter Bedeutung, halte das Unternehmen doch schon in den Vorkriegsjahren den Auftrag erhalten, ein modernes Vermittlungs- und Knotenamt für den Fernschreibverkehr in Stuttgart einzurichten. Der Krieg verhinderte dann aber den Bau. Als die Zahl der Fernschreibverkehrsteilnehmer bis Mitte 1951 auf 5000 angewachsen war, mußten die Vermittlungsämter von 15 auf 41 erhöht werden. Die automatische Vermittlung von Fernverbindungen übernahmen die Knotenämter in Hamburg, Düsseldorf, Dortmund, Frankfurt und Nürnberg. Jetzt hat Stuttgart als sechste Stadt im Bundesgebiet ein modernes Knotenamt erhalten, dem die Vermittlungsämter Karlsruhe, Freiburg, Heilbronn, Rottweil und Ulm angeschlossen sind. Am 8. März wurde das neue Fernschreibvermittlungsamt Göttingen in Betrieb genommen. Neben den sechs Fernschreibknotenämtern bestehen nunmehr 45 sternförmig mit ihnen verbundene Vermittlungsämter. Diese Zahl soll, nach Mitteilung der Stuttgarter C. Lorenz AG., im Laufe dieses Jahres noch weiter erhöht werden.

Die Schiffbau-Gesellschaft Unterweser AG, Bremerhaven, erzielte im Geschäftsjahr 1951 bei einem Rohertrag von 2,87 (1950: 2,45) Mill. DM nach Abschreibungen von 0,11 Mill. DM einen Reingewinn von 26 256 DM, der sich um den Gewinnvortrag auf 93 584 DM erhöht. Der Gesamtgewinn wird auf Beschluß der HV auf neue Rechnung vorgetragen. Der Auftragsbestand der Werft Ende 1951 belief sich auf acht Frachtmotorschiffe und zwei Fischdampfer. Die Beschäftigung ist bis Ende 1953 gesichert.

Bremer Straßenbahn AG. mit Verlust. Der seit der Währungsreform zu beobachtende Verkehrsrückgang im Straßenbahnbetrieb hat sich im Geschäftsjahr 1951 nicht mehr fortgesetzt. Die Betriebseinnahmen betrugen 14,44 (1950: 14,63) Mill. DM. Das Geschäftsjahr schließt mit einem Verlust von 0,13 Mill. DM, der sich um den Verlustvortrag auf 0,305 Mill. DM erhöht.

Die DG. "Neptun", Bremen, hat 1950 und 1951 die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten voll ausgenutzt. Für 1950 wurden 2,71 Mill. DM, darunter 1,39 Mill. DM Sonderabschreibungen, und 1951 rund 7,76 Mill. DM Sonderabschreibungen, abgesetzt. Hierdurch erklären sich die Verluste: 1950 rd. 1,76 Mill. DM nach Abzug des Gewinnvortrages (14 410 DM) und 1951 etwa 111 000 DM. Die DG. "Neptun" verfügte Mitte 1952 wieder über 31 Einheiten mit 40 300 BRT. Im Bau befinden sich sieben Schiffe mit 9600 BRT.

Zum Zwecke einer Kapitalerhöhung der Donaukraft Jochenstein AG. hatte der AR der Rhein-Main-Donau AG. Anfang September seiner HV eine Kapitalerhöhung von 30 auf 45 Mill. DM vorgeschlagen. Die anschließende aoHV der Donaukraftwerk Jochenstein AG., an der die Rhein-Main-Donau AG. und die Österreichische Verbundgesellschaft Wien je zur Hälfte beteiligt sind, beschloß die Kapitalerhöhung der Gesellschaft, die am 15. Februar 1952 mit 2 Mill. DM AK gegründet worden war, auf 30 Mill. Zugleich erfolgten Ausschreibungen auf Bauarbeiten in Höhe von 84 Mill. DM mit deren Ausgabe in diesen Tagen zu rechnen ist. Von den weiteren Aufträgen in Höhe von 44,5 Mill. DM für Maschinen, Wehrverschlüsse, Schleusentore und andere Einrichtungen wurden bereits jene für fünf Turbinen und fünf Generatoren in Höhe von etwa 34 Mill. DM an eine deutsch-österreichische und eine deutsch-österreichisch-schweizerische Arbeitsgemeinschaft vergeben. Trotz des verspäteten Arbeitsbeginns am Jochenstein-Kraftwerk, der ursprünglich für April vorgesehen war und jetzt Anfang November erfolgen wird, rechnet man damit, den Teilbetrieb mit Beendigung des Teilstaus im April 1955 aufnehmen zu können. Ebenso soll, wie geplant, der Bau im Oktober 1956 abgeschlossen sein.