Finanzierungsprobleme gehören heute zu den Hauptsorgen der westdeutschen Wirtschaft. Darum stellte das "Institut der Wirtschaftsprüfer" auf seiner Hamburger Fachtagung die Kapitalausstattung der Unternehmung zur Diskussion. Hierbei ging es vor allem um die Frage: Selbst- oder Fremdfinanzierung. Eine übermäßige Selbstfinanzierung ist (Prof. Dr. Karl Hax, Darmstadt) nur bei übermäßigen Gewinnen möglich. Haben hohe Gewinne ihren Ursprung in echter volkswirtschaftlicher Leistung, so ist die Selbstfinanzierung unbedenklich. Seit der Währungsreform wurden in der Bundesrepublik als Brutto-Investitionen 27,7 Mrd. DM ausgegeben, von denen 63 v. H. aus internen Finanzierungen, nämlich 10 Mrd. DM aus deklarierter Selbstfinanzierung und 7,4 Mrd. DM aus internen Finanzierungsmaßnahmen, stammen. Trotz des hohen Anteils der Selbstfinanzierung in der zurückliegenden Zeit kann die Wirtschaft auf Fremdfinanzierung nicht verzichten. Dazu muß die Wirtschaft neue Formen suchen, weil Beteiligungen seit 1945 versagen, weil Wandelanleihen gegenwärtig nicht leicht unterzubringen sind und es schwer ist, Käufer für Obligationen zu finden (Dr. Max Schwarz, München). Wiederherstellung des Kapitalmarktes durch zweckmäßige Wirtschafts- und Finanzpolitik und Stärkung des Vertrauens ist wichtig. Dazu meinte Hamburgs Finanzsenator Dr. Walter Dudek, der Kapitalmarkt reiche heute nach dem Abbau des Kapitalstocks in der Kriegs- und Nachkriegszeit nicht aus, um den hohen sozialbedingten Investitionsbedarf zu befriedigen. Jedoch läßt das steigende Aufkommen aus der Kapitalertragssteuer den Schluß zu, daß eine stetige Kapitalneubildung erfolgt. An weitere Diskontsenkungen glaubt der Senator jedoch nicht. Ferner ist ein Abbau der Steuern nicht zu erwarten, denn ständig wächst der Bedarf des Staates, in dessen Kassen heute ein Drittel des Sozialproduktes fließt. – Das allerdings sind keine guten Aussichten ... je