Wir saßen uns wieder einen Augenblick schweigend gegenüber und sahen aneinander vorbei. Ich beobachtete eine Fliege, die gemächlich auf dem Globus des Travel-expert von Sibirien in Richtung Konstantinopel marschierte, eine deutsche Fliege; wahrscheinlich war auch sie geschäftlich unterwegs. Der Travel-expert schüttelte sanft sein blondes Haupt. Vielleicht, sagte er zögernd, vielleicht fahren ja auch ein paar Schriftsteller, um ein Buch über Afrika zu schreiben. Aber bester Herr, erwiderte ich da, das weiß ich nun besser, um ein Buch über Afrika zu schreiben, braucht man doch nicht erst hinzufahren.

So, sagte der Travel-expert enttäuscht, und eine etwas traurige Müdigkeit belegte seine Stimme. Ich schaute ihn mir einige Minuten an, nahm dann schweigend meinen Mantel über den Arm, steckte meine Streichholzschachtel ein, die ich auf seinen Schreibtisch gelegt hatte, und ging still aus dem Zimmer.

So wird mir also niemand sagen können, was in Afrika los ist. Ich habe noch sehr viele Menschen gefragt, aber niemand wußte es. Dr. Knolle reist halt dort hin, wo etwas los ist. Und so wie ich Herrn Knolle kenne, ist für ihn überall dort etwas los, wo die anderen sind. Vielleicht verkehrt er in einem Kreise, in dem eines Abends beiläufig erwähnt wurde, daß bei Jussuf in Tanganjika ein besonders gutes Beefsteak serviert wird; man horcht überrascht auf und sagt sich: so, sieh mal einer an, in Tanganjika. Fährt man dieses Jahr nach Tanganjika?