Neuzeitliche Unternehmensführung macht den Aufbau einer Akademie notwendig

Facharbeiterausbildung bedeutet heute eine Selbstverständlichkeit; auch über die Notwendigkeit der Schulung betrieblicher Unterführer braucht nicht mehr diskutiert zu werden. In letzter Zeit hört man nun auch in steigendem Maße von Fördermaßnahmen für Jung-Unternehmrn. Die Industrie- und Handelskammern sind auf diesem Gebiete rege tätig. Fach- und Arbeitgeberverbände veranstalten Fördermaßnahmen für ihre Junioren, und in großer Breite wirken in dieser Richtung die Arbeitskreise der Jung-Unternehmer im Rahmen der "Arbeitsgemeinschaft selbständiger Unternehmer".

Woraus wurden diese Bestrebungen geboren? Zunächst einmal aus der Erkenntnis, daß die Unternehmersöhne und die sonstwie zur Führung berufenen Nachwuchskräfte während des Krieges nicht die traditionelle Ausbildung durchlaufen konnten und daher Lücken auszufüllen seien. Anstatt von der Picke auf zu dienen, dann eine besondere technische oder kaufmännische Fachausbildung zu erhalten, um schließlich nach Erfahrungssammlung in fremden, oft auch ausländischen Unternehmungen allmählich in ihre Führungsaufgaben hineinzuwachsen, waren sie in ihrer Werdezeit meist Soldat und haben oftmals bittere Zeiten der Kriegsgefangenschaft durchmachen müssen. Nun sind sie in ihre Betriebe zurückgekehrt und empfinden nicht nur ihre Ausbildungslücken, sondern haben auch das starke Bedürfnis, an der Neugestaltung der Dinge aktiv teilzunehmen.

Hier taucht das Generationen-Problem auf, welches, insbesondere in den Familienbetrieben, eine größere Rolle spielt, als man schlechthin annimmt. Es ist nun einmal ein psychologisches Gesetz, daß der junge Mensch zum Liberalismus, der reife Mann zum Konservatismus und der Greis zum Absolutismus neigt. Hier muß eine konstruktive Lösung angestrebt werden, die auch möglich ist. Hinzu kommt die Tatsache, daß die Führung eines Betriebes früher einmal eine in sich geschlossene, klare Angelegenheit war. Heute bringt aber die Bürokratisierung des gesamten Wirtschaftslebens nahezu täglich eine Menge überbetrieblicher Arbeiten mit sich, wodurch dem Unternehmer immer weniger Kraft und Zeit für seinen eigentlichen Betrieb übrig bleibt. Andererseits erfordert aber gerade die neueste Entwicklung und die Erkenntnis von der Vorrangstellung des schaffenden Menschen im Betriebsgeschehen, eine intensive Beschäftigung mit betrieblichen Einzelheiten. Das kostet aber nicht nur Zeit, sondern erfordert auch ein stetes Einfühlen in den Betriebsalltag mit all seinen Sorgen und Nöten.

Hier ergibt sich der natürliche Ansatzpunkt für die besondere Arbeit der Junioren. Der Jüngere sollte dem Älteren alles das an Arbeit und Pflichten abnehmen lernen, wozu der Ältere aus Zeitmangel nicht kommt. Was er ihm nicht ab-

Bei uns am wenigsten gestiegen

Seit 1950 sind die Lebenshaltungskosten in den meisten westeuropäischen Ländern wesentlich stärker angestiegen als im Bundesgebiet. Am meisten erhöhten sich gegenüber dem 2. Halbjahr 1950 (= 100) die Lebenshaltungskosten in Österreich, wo sie bis zum März 1952 auf 165 anstiegen. Erst an 11. Stelle liegt Westdeutschland mit 112, d. h., die Lebenshaltungskosten haben sich im Bundesgebiet seit den durch die Koreakrise die ganze Welt erfassenden Preissteigerungen nur um 12 v. H. erhöht, und das bei einem "Gleichziehen" der (Industriearbeiter-) Löhne, wie es – entsprechend – in den meisten anderen Ländern