Die siebentägige internationale Baumwollkonferenz in Buxton (Manchester) wurde geschlossen, ohne daß ein konkretes Ergebnis erreicht worden war. Nach vielen Vorträgen, in "denen vor allem Japan und England ihre gegensätzlichen Ansichten darlegten, wurden zwei Berichte angenommen, von denen der erste eine statistische Untersuchung über den internationalen Handel in Baumwollstückwaren enthielt und zu dem Ergebnis kam, daß die Exportaussichten hierfür für absehbare Zeit alles andere als günstig sind. In dem Bericht wurde die Ansicht vertreten, daß es bereits als eine gute Leistung anzusehen sein würde, wenn die Weltexporte des Jahres 1953 den Stand von 5,521 Mrd. sy (square yard) erreichten, den sie 1951 aufgewiesen haben. Die Schätzungen, die von zehn Teilnehmerländern an der Konferenz für ihre eigenen Exporte im nächsten Jahr bekanntgegeben wurden, belaufen sich demgegenüber auf 5.875 Mrd. sy. Es wurden keinerlei Versuche gemacht, einen Ausgleich zwischen den verschiedenen nationalen Produktionen und der Aufnahmefähigkeit des Weltmarktes zu schaffen – In dem zweiten Bericht wird die Notwendigkeit einer Erweiterung des Weltkonsums für Baumwollprodukte betont. Mit raschen und bedeutenden Vebrauchssteigerungen während der nächsten Jahre rechnet er nicht.

Auf dem Welt-Baumwollmarkt kam es in den beiden letzten Wochen zu neuen Preisrückgängen, die sich in New York wegen der vorliegenden ungünstigeren Nachrichten über die amerikanische Baumwollernte – Rüsselkäferplage und schädigende Regenfälle in Texas – auf wenige Cents je 1b beschränkte, während die Notierung für Karnak in Alexandrien von 84,65 Tallaris je Cantar auf 77,10 Tallaris am 3. Oktober zurückging und brasilianische Baumwolle in Sao Paulo von 291,50 Cruzeiros je arroba auf 279 Cruzeiros nachgab. In Brasilien sowohl wie in Ägypten soll die Anbaufläche für Baumwolle in den nächsten Jahren verringert werden.

Der Loko-Preis für Jute in Kalkutta ist seit Mitte September von 160 Rupies pro Ballen Dundee Daisee auf 155 Rupies zurückgegangen. Die ostpakistanische Regierung hat eine neue Anleihe von Rs. 4 Mill. für die Jutepflanzer genehmigt, nachdem vorher schon Rs. 5 Mill. bereitgestellt worden waren. Die beiden Anleihen haben den Zweck, Eilverkäme von Jute unter den festgesetzten Mindestpreisen durch Beleihung oder staatlichen Ankauf zu verhindern.

Die Versorgungslage auf dem internationalen Ledermarkt hat sich neuerdings derart gebessert, daß vor kurzem in den USA die Preiskontrollen auf Schuhwerk aller Art in allen Gebieten von Industrie und Handel aufgehoben worden sind. Nach Mitteilung des amerikanischen Preiskontrollbüros wird neues Schuhwerk jetzt zu Preisen verkauft, die beträchtlich niedriger sind als die bisher geltenden Höchstpreise. Die Notierungen für schwere einheimische Stierhäute in Chikago sind seit Mitte August bis Mitte September von 17,50 auf 16,50 cts. je 1b zurückgegangen und seitdem bei recht gutem Geschäft unverändert geblieben. Gelegentliche höhere Preisforderungen der Gerbereien stießen bei den Schuhfabriken auf energischen Widerstand und konnten in keinem Falle durchgesetzt werden. Auch auf den übrigen Märkten war die Tendenz für Häute und Felle stetig bis fest. London meldet, daß sich der Markt für eingeführte Häute in den letzten Wochen gebessert habe. Die englischen Ledergerbereien zeigen größeres Interesse für argentinische Häute zu den jetzigen Preisen, verfolgen aber bei ihren Rohmaterialkäufen nach wie vor eine sehr vorsichtige Politik, und stocken ihre Lager für höchstens fünf bis sechs Wochen auf, anstatt wie früher für mindestens zwölf Wochen.

Die Lage auf dem Kautschukmarkt hat sich in der letzten Zeit weiter verschlechtert. In London ist der Loko-Preis am 2. Oktober in Sympathie mit New York und Singapore bis auf 21 1/4 d je lb zurückgegangen und hat damit den niedrigsten Stand seit April 1950 erreicht. Als Grund für den neuen Rückgang werden große schwimmende Partien und mäßiges Geschäft angegeben. Trotz der niedrigen Preise hält die Kautschukindustrie Englands und des Festlandes mit Käufen hartnäckig zurück, und auch die amerikanischen Käufe entsprechen durchaus nicht den Absatzwünschen der Produzenten.

Öleund Fette haben in den letzten beiden Wochen erneut im Preise nachgegeben. Vor allem Leinsaat, von der eine besonders große Welternte erwartet wird, die auf verstärkten Anbau in Argentinien, dem einstmals größten Erzeugerland, zurückzuführen ist. Nur Kopra hat infolge der regen Nachfrage von europäischer Seite und wegen des größeren Interesses für Kokosöl angezogen und stand Anfang Oktober auf 157,50 Dollar je sht. Die Weltmarktpreise für Schmalz, die sich von ihrem Tiefstand Mitte September von 9,90 cts. je lb in New York bis auf 11,17 cts. am 24. September erholt hatten, sind unter dem Einfluß dir danach bekanntgewordenen großen Augustschlachtungen in den USA – der höchsten seit sieben Jahren – wieder im Rückgang begriffen und bereits auf 10,17 cts. je lb abgesunken. Westdeutschland hat, veranlaßt durch die niedrigen Preise in den USA. größere Mengen Schmalz zu 100 DM je 100 Kilo fob angekauft. Mit diesen Käufen zusammen werden in diesem Jahre insgesamt 59 000 t Schmalz eingeführt werfen, von denen bisher 34 000 t eingetroffen sind. o 1.