Am Rheinufer zu Düsseldorf regiert zur Zeit eine imponierende "Messe aus der Retorte", die große Fachschau Kunststoffe. Der Siegeszug der Kunststofferzeugung in der Bundesrepublik läßt sich an wenigen Ziffern zeigen. Von einigen tausend Tonnen Jahreserzeugung 1948 kletterten die Produktionsziffern auf 168 000 t in 1951 und werden 1952 mit 200 000 t das bisherige Rekordjahr 1943 der Kunststoffproduktion des deutschen Reiches wieder erreicht haben. Zugleich ging der Exportwert von 10,5 Mill. DM in 1949 auf 92 Mill. DM im ersten Halbjahr 1952 herauf, so daß dieses Jahr ein Exportvolumen von etwa 200 Mill. DM erbringen wird. Der Produktionsindex der Kunststoffindustrie liegt gegenwärtig bei 260 v. H., bei einem Durchschnittssatz der gesamten Industrie von 160 v. H.

Die Meinung der etwa 700 ausstellenden Firmen geht dahin, daß die Aufstiegsentwicklung der Kunststoffe nicht aufzuhalten sei. Allein in einem Kraftwagen sind heute bereits 139 verschiedene Teile aus Kunststoffen. Das Sortiment dieser Industrie greift in alle Lebensgebiete hinein. Bekleidung, Schmuck- und Lederwaren sind ebenso beteiligt wie die Medizin und das Baufach, die Verkehrstechnik oder die Lackindustrie, die Verpackung oder der Klebstoff, die Haushaltsartikel oder die Feinmechanik, der Apparatebau, die Optik, Radio- und Musikindustrie, die Elektrotechnik oder die Spielwaren-Fabrikation. 1600 verschiedene Artikel zeigt die Messe in Düsseldorf. Das Interesse aus Inland und Ausland ist groß. Eine bisher noch für keine deutsche Messe in diesem Umfang durchgeführte Auslandswerbung führt täglich Tausende von Ausländern an den Rhein. Sie kommen in Sonderzügen oder Reiseomnibussen, sie kommen einzeln oder als Gäste der deutschen Lieferanten und stehen ebenso wie das Inland beeindruckt von der Güte und dem Farbenspiel vor der Produktionsvielfalt der deutschen Kunststoffe.