Vom Volkswagenwerk, dem größten Automobilwerk Europas, wurde jetzt der VW mit voll synchronisiertem Getriebe herausgebracht. Seit dem 13. Oktober ist das neue VW-Exportmodell bei allen VW-Vertretungen der ganzen Welt vorhanden; seine Produktion ist inzwischen voll angelaufen. Die schwierige Konstruktion eines vollsynchronisierten Getriebes mit geringem Raumbedarf, der es ermöglicht, das neue Getriebe gegen das alte austauschbar zu machen, wurde in jahrelanger Arbeit gelöst. Das Exportmodell hat jetzt ein nahezu geräuschlos arbeitendes Getriebe mit Sperr-Synchronisierung des zweiten, dritten und vierten Gangs; gleichzeitig wurde die Gangabstufung verbessert und der Schalthebel günstiger übersetzt. Der Motor ist mit einem neuen Fallstrom-Vergaser mit Beschleunigungspumpe ausgestattet. Der Weichheit des Fahrens dienen die verlängerten Teleskop-Stoßdämpfer und vor allem die neuen Großvolum-Reifen mit verringertem Luftdruck. Die Sitze wurden vervollkommnet, und die serienmäßig eingebaute Heizung läßt sich durch einen feineinstellbaren Drehknopf beliebig regulieren; neue Schwenkfenster ermöglichen eine zugfreie Durchlüftung. Die jetzt herausgebrachten Neuerungen (u. a. ferner eine in Form und Einrichtung gänzlich veränderte Armaturentafel modernisierte Scheibenwischer und Innenbeleuchtung, Winkerhebel unterm Lenkrad, reichere Chromverzierung) sind in ihrer Summe doch ein Meilenstein in der technischen Entwicklungsgeschichte dieses Wagens, der bislang nicht durch periodisch gestartete "neue Modelle", sondern durch Hunderte von unermüdlich und laufend, meist sogar völlig lautlos in die Serie aufgenommene Verbesserungen dem technischen Fortschritt auf den Fersen war und dieses werterhaltende Verfahren im Interesse der Kundschaft auch künftig beizubehalten verspricht. Alle Neuerungen erfolgten übrigens ohne Preiserhöhung, was praktisch also einer sehr erheblichen Preissenkung gleichkommt.

Erstes Röhrenwalzwerk in Siegerland. Das Eisenwerk Kritzler in Weidenau (Sieg) hat eine moderne Röhrenstoßbank, Bauart DEMAG, Duisburg, zur Herstellung nahtloser Rohre in Betrieb genommen. Die von der Brown, Boveri & Cie. AG, Mannheim, gelieferte elektrische Ausrüstung stellt insofern eine Besonderheit dar, als eine Masse von 20 t auf einem Fahrweg von 27 m dreieinhalbmal je Minute hin und her bewegt werden, muß. Bei jedem Arbeitsgang wird ein Rohr von sieben Meter Länge und einem maximalen Durchmesser von 90 Millimeter fertiggestellt. Im Endausbau der Anlage sollen sogar fünf Arbeitsrhythmen je Minute erreicht werden. An der Planung und Lieferung weiterer Teile des Röhrenwalzwerks war auch die Meer AG, München-Gladbach, beteiligt.

Die Schiffswerft Martin Jansen, Leer, wurde 1926 in Westrhauderfehn (Ostfriesland) gegründet. Nach den beiden letzten Kriegen trat dann aber eine starke Abwanderung der Seeleute nach den größeren Seestädten ein. Außerdem wird der Bau eines Sperrwerks in der Leda bei Leer in Zukunft den Wasserstand in den Flußläufen und Kanälen niedriger halten, und so sah sich die Werft gezwungen, den Betrieb aus diesem Gebiet nach Leer zu verlegen, wo die ideale Hafönanlage den Schiffbau sehr begünstigt. Die Verlegung wurzle vor zwei Jahren durchgeführt. Die Werft hat sich in der kurzen Zeit so gut entwickelt, daß jetzt bereits mehrere Seeschiffe bis 1500 tdw. im Bau sind. Der Auftragsbestand für 1932/33 ist sehr günstig und wird einer gesunden Weiterentwicklung der Werft recht förderlich sein.

Das Hamburger Reifen-Spezialhaus Holert hat in Düsseldorf, Elisabelhstr., Ecke Bilker Allee, einen modernen und repräsentativen Zweigbetrieb eröffnet.