H., Paris, im Oktober

Die kritische Lage der französischen Exportwirtschaft hat die französische Regierung veranlaßt, die Exportförderung zu verstärken. Exportförderungsmaßnahmen waren schon im Februar dieses Jahres beschlossen worden. Es handelte sich um eine Teilrückerstattung der sogenannten Soziallasten an jenen Teil der Exportwirtschaft, der infolge der übersetzten französischen Preise mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Nach den neuen Bestimmungen können nun die Soziallasten voll zurückgezahlt werden. Verschiedene Exportartikel (wie zum Beispiel Stoffe, Wirkwaren, Handschuhe und Bijouterieartikel) werden besonders bevorzugt und erreichen Rückzahlungen von Steuern und Soziallasten im Umfang von 8,72 v. H. des Exportumsatzes, während die anderen Exportartikel bestenfalls eine Begünstigung von 5,45 v. H. des Umsatzes erhalten können. Die neuen Verordnungen betreffen, auch die für den Export arbeitende Vorlieferindustrie. Jene Waren, die trotz der erhöhten französischen Preise auf den ausländischen Märkten guten Absatz finden oder auf dem Inlandmarkt als Mangelware gelten, sollen von den Vergünstigungen ausgeschlossen werden.

Die Exporteure haben diese Maßnahmen begrüßt. Aber die neuen Bestimmungen sind weit davon entfernt, dem französischen Außenhandel jenen besonderen Impuls zu geben, der nötig wäre, um die verlorengegangenen Märkte wieder zu erobern und erfolgreich mit der ausländischen Konkurrenz bestehen zu können. Ein wesentliches Problem für die Exportwirtschaft ist die Kreditfrage und man verlangt in den Kreisen der Exporteure eine bedeutendere, länger währende und günstigere Kreditgewährung als bisher, wobei man auf die Tatsache verweist, daß es dem Export in den anderen Ländern ermöglicht wird, wesentlich günstigere Zahlungsbedingungen zu bieten und viele Geschäftsabschlüsse auf diese Art der französischen Exportwirtschaft entzogen wurden.