Zirkus Europa

Das Königliche Theater im Haag hat den "Monat der Kunst" mit der Erstaufführung von "Zirkus Europa", einer "Phantasie über einen geliebten Besitz" von Ary Den Hertog eröffnet. Die Komödie beschreibt die Bemühungen eines holländischen Rechtsanwalts, den Verkauf eines europäischen Zirkus nach Hollywood zu verhindern. Der Rechtsanwalt wird später Mitglied des holländischen Kabinetts und veranlaßt die europäischen Staaten, ein Gesetz anzunehmen, das die Ausfuhr "kulturellen Besitzes" verbietet. Im letzten Akt droht während einer internationalen Konferenz der Botschafter der Vereinigten Staaten, die amerikanische Hilfe für Europa einzustellen, wenn das Gesetz nicht aufgehoben werde. Das Stück gipfelt in einem Alptraum des holländischen Ministers, dem ein Agent aus Hollywood einen Plan der Vereinigten Staaten vorlegt, Europa zu einer "Kronkolonie" des Weißen Hauses zu machen und es unter Abschaffung der Staaten, die durch "Fernseh-Zentren" ersetzt werden sollen, als historisches Naturschutzgebiet zu erhalten. Vom Publikum wurde die Vorstellung mit Beifall aufgenommen. Der amerikanische Botschafter beschwerte sich. In der Antwort auf seine Demarche erklärte das holländische Außenministerium, nach seiner Auffassung sei in dem "Zirkus Europa" nichts gesagt, was Veranlassung zu einer diplomatischen Konsultation geben könne. Das Ministerium betrachte daher die Angelegenheit als erledigt, zumal die amerikanische Botschaft Verständnis für das Recht auf freie Meinungsäußerung in Holland gezeigt habe.

Der Katholizismus in Nordamerika

In den letzten zehn Jahren sind in den Vereinigten Staaten eine Million fünfzigtausend Übertritte zum katholischen Glauben erfolgt, teilt der Vatikan mit. Die Zahl der Katholiken beträgt jetzt 29,5 Millionen, von denen der größte Teil in den Großstädten lebt. Mehr als fünf Millionen Kinder besuchen katholische Schulen. Die Hierarchie der katholischen Kirche setzt sich zusammen aus: drei Kardinälen, 27 Erzbischöfen, 158 Bischöfen, 44 459 Priestern, 75 422 Ordensbrüdern und 156 696 Ordensschwestern.

Was blieb von Eritrea?

Kaiser Haile Selassie von Abessinien, der sich auf einem Staatsbesuch in der seinem Lande als Bundesstaat angegliederten ehemaligen italienischen Kolonie Eritrea befindet, hat in einem Interview in Asmara erklärt, er werde alle Beschuldigungen prüfen, nach denen die Engländer vor der Übergabe Eritreas an Abessinien, "ein großes Zerstörungsprogramm" in den Häfen von Massaua und Assab ausgeführt hätten. Der letzte englische Gouverneur Doncan Cunning hat hierzu geäußert, daß der ehemalige italienische Marinestützpunkt in Massaua dem Erdboden gleichgemacht worden sei. Außerdem seien einige militärische Einrichtungen in anderen Teilen des Landes verschrottet worden, darunter auch Anlagen, die von den Amerikanern während des Krieges auf Grund eines Pacht- und Leihvertrages in Massaua gebaut worden seien.

Die Jugend Amerikas