In der vergangenen Woche hat die Deutsche Erdöl-AG. auf ihrem Werk in Heide (Holstein) eine neue Krackanlage in Betrieb genommen. Der Vorteil des Krackverfahrens gegenüber dem bisher in Deutschland ausschließlich angewandten Destillierverfahren liegt in einer höheren Ausbeute aus dem Rohöl. So ergibt beispielsweise das bei Heide gewonnene Rohöl gut 50 v. H. Benzin gegen nur 16 bis 18 v. H. beim Destillieren. Insgesamt können hier 70 v. H. Treibstoffe (also Motorbenzin und Benzol) gewonnen werden, während der Rest auf Schmieröle, Heizöl, Bitumen und Flüssiggas entfällt.

Die Anlage in Heide wird in wenigen Monaten mit Brunsbüttelkoog durch eine 35 km lange Pipeline verbunden sein, so daß von dort ausländisches Rohöl (täglich bis 1500 t) in die Aufbereitung geleitet werden kann, während eine zweite Leitung bis zu 900 t Treibstoff täglich nach Brunsbüttelkoog zurückpumpen wird. Insgesamt wird das neu ausgebaute Werk in Heide im Krack- und Destillierverfahren jährlich eine Rohölkapazität von 450 000 t haben. Aus den Mitteilungen von Generaldir. Schlicht anläßlich der Einweihung ist hervorzuheben, daß die DEA künftig neben der von ihr bevorzugt gepflegten Kundschaft in Mineralöl nun auch ein eigenes Vertriebsnetz besitzen wird, und zwar in der ’Deutschen Gasolin, deren Mehrheit vor einigen Monaten aus dem Gemeinschaftsbesitz von IG-Farben, Esso und Shell in die Hände von Wintershall (65 v. H.) und DEA (35 v. H.) übergegangen ist. G. K.