Von unserem süddeutschen Korrespondenten

Die Forderung nach Erweiterung der Hopfenanbaufläche, vom Präsidenten des Bayerischen Brauerbundes auf dem nordbayerischen Brauertag in Nürnberg erneut erhoben und vom Hopfenhandel unterstrichen, ist nicht nur das Ergebnis der Preisentwicklung, sie entspringt vielmehr auch einer Voraussicht, die sich die Hopfenpflanzer noch nicht zu eigen machen konnten. Wenn nach Angaben des Verbandes der Hopfenkaufleute bisher nur 40 v. H. des Exportes im Vergleich zum Vorjahr getätigt wurden und das Amerikageschäft kaum 6000 Ztr. aufnahm – im Vorjahr waren zu diesem Zeitpunkt 20 000 Ztr. abgeschlossen –, zeichnet sich hier von der Preisseite her eine Entwicklung ab, der man offenbar nur durch eine Aufhebung der Beschränkung der Anbaufläche begegnen kann. Der Import amerikanischen Hopfens hat nach Erklärung des Hopfenhandels keine spürbare Wirkung auf die Preisentwicklung auszuüben vermocht, selbst wenn die Hopfenfachwarte des Spalter Anbaugebietes von einem "Skandal" sprechen, die knappen Devisen so zu "verschleudern", und von einem Aufbegehren gegen die deutschen Hopfenpreise...

Der Hopfenhandel sieht allein im Aussprechen einer Anbaubegrenzung eine psychologische Wirkung auf die Preisentwicklung. Sie wird, wie teuer und vor zwei Jahren demonstriert, durch den "Aroma-Monopol-Gedanken" verstärkt. Seine Güte hat dem deutschen Edelhopfen die Auslandsmärkte erschlossen. Die Höhe seines Preises aber vergrämte bereits einige Auslandskunden. Eine weitsichtige Hopfenpreispolitik kann es sich nicht erlauben, mit der Preissäge den "Exportgüteast" abzusägen.

Der Hopfenhandel, der sich von einer solchen Preisentwicklung distanziert, fordert über die von dem Bundesernährungsministerium hinausgehende Zusage einer Anbauflächenerweiterung von 7648 ha auf 9000 ha eine völlige Aufhebung der Anbaubeschränkung und identifiziert sich mit der Auffassung des Bayerischen Brauerbundes, daß bei mangelndem Interesse von Seiten des Hopfenbaues jenen Landwirten, die bisher daran gehindert wurden, die Erlaubnis zum Bau gegeben werden müsse. Allerdings mit der Einschränkung für jene Gebiete, die die klimatischen Voraussetzungen mitbringen. Nur auf dieser Basis sieht er die Möglichkeit zu Exportpreisen zu kommen, die ein rentables Geschäft ermöglichen und die Preiswünsche der Brauereien realisieren lassen. Andrerseits will man die Gefahr beseitigen, daß im Frühjahr 1953 Hopfen aus der Ernte 1952 unverkauft liegengeblieben ist... H. K.