In der vergangenen Börsenwoche ist es auf dem Aktienmarkt nach unten gegangen, am stärksten auf dem Montanmarkt, wo sich Kursrückgänge von 5 bis 10 Punkten ergaben. Der äußere Anlaß war der Gewerkschaftskongreß in Berlin. Die dort erneut aufgestellten Forderungen nach Sozialisierung der Grundstoffindustrien und nach Erweiterung des Mitbestimmungsrechts trafen die Börse zu einem Zeitpunkt, an dem es ohnehin schon recht lustlos zuging. Kein Wunder also, wenn sich die Abgabeneigung verstärkte und die Käufer weiterhin dem Markt fernblieben. Obgleich die Banken bemüht waren, ihrer Kundschaft klarzumachen, daß derartige Forderungen, die im Rahmen des sich abzeichnenden Wahlkampfes für den neuen Bundestag erhoben werden, nicht überbewertet werden sollten, so gelang es doch nicht, ein ausreichendes Kaufinteresse zu wecken War man schon über die Berliner Ereignisse verstimmt, so unterbanden um die Wochenmitte aufkommende Gerüchte, nach denen angeblich mit keiner Körperschaftssteuerermäßigung für die Aktiengesellschaften zu rechnen sei, vollends jegliche Unternehmungslust. Zwar erwiesen sich die Gerüchte bald als falsch, doch blieb das Porzellan zerschlagen. Die Unsicherheit des deutschen Publikums übertrug sich sehr schnell auch auf die Auslandskundschaft, die trotz des sinkenden Sperrmarkkurses mit Aufträge zurückhielt.

Als gegen Wochenschluß ein Teil der Montane nach ihrem DM-Kurs unter 60 v. H. angelangt war, nahm der Berufshandel die Gelegenheit zu Deckungskäufen wahr, aber auch vorsichtige Rückkäufe belebten bald das Geschäft. Im Zuge dieser Aktionen traten Kurserholungen ein, die einen Teil der erlittenen Einbußen wieder ausglichen. Unsere nachfolgende Tabelle der Montanaktien zeigt anschaulich die kräftige Bewegung, die sich in 1952 auf diesem Marktgebiet ergeben hat:

Höchster Niedrigkurs 1952 Harpener Hoesch /Niedrigst. Kurs 1952 Bergbau / Höchster Niedrig.Kurs vom 11.9.1952 / Kurs vom 11.9.1952 / Kurs vom 17.10.1952

Harpener Bergbau 275 183 268 258

Hoesch 233 158 190 170

Klöckner 237 170 220 198 1/2

Mannesmann St. 182 131 164 1/2 150