Jubiläum bei der Shell. Am 22. Oktober feierte die Deutsche Shell Aktiengesellschaft, Hamburg, ihr 50jähriges Bestehen. Das Unternehmen wurde 1902 unter dem Namen "Benzin-Werke Rhenania GmbH" in Düsseldorf gegründet und firmiert seit 1947 als "Deutsche Shell AG". Seit ihrer Gründung hat die Shell den Fortschritt in der deutschen Mineralölindustrie tatkräftig gefördert, wobei sie sich auf die Erfahrungen der Royal-Dutch-Shell-Gruppe stützen konnte. Die im Weltkrieg entstandenen Schäden konnten inzwischen in der Hauptsache beseitigt werden. Die vorhandenen Anlagen, insbesondere die Werke und das Tankstellennetz wurden ausgebaut und modernisiert. Für die Verarbeitung von Rohöl und Halbfabrikaten zu annähernd 500 verschiedenen Fertigprodukten stehen der Shell fünf eigene Werke in Harburg, Wilhelmsburg, Grasbrook, Monheim und Reisholz zur Verfügung. Ferner nutzt die Shell auf Grund eines langfristigen Abkommens mit der "Union Rheinische Braunkohle-Kraftstoff AG" auch die Anlagen des Hydrierwerkes Wesseling bei Köln. Die Rohöl-Verarbeitungskapazität aller Werke der Shell beträgt 1,5 Mill. t Rohöl im Jahr, das ist nahezu ein Viertel der gesamten westdeutschen Raffineriekapazität. Die Vertriebsorganisation mit der Zentrale in Hamburg und Zweigniederlassungen in Berlin, Hamburg, Hannover, Bremen, Köln, Düsseldorf, Frankfurt (Main), Ludwigshafen, Stuttgart, München und Nürnberg umfaßt u. a. 4200 Tankstellen (einschl. Dieselöl-Abgabestellen). Daneben dienen 283 Tanklager, sowie 45 Bunkerstationen bzw. Bunkerboote zur Versorgung aller Zweige der Wirtschaft mit Produkten der Shell. Insgesamt werden rd. 6000 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Firma Ferd. Mülhens "4711" beging im Rahmen einer internen Betriebsfeier ihr 160jähriges Jubiläum im wiederaufgebauten Werk in Köln-Ehrenfeld. Die Feier des 125. und 150. Geburtstages der Firma mußte der beiden Weltkriege wegen unterbleiben. Die Firma Mülhens, die vor anderthalb Jahren im Andenken an den verstorbenen Inhaber Paul Peter Mülhens alle über 50 Jahre alten Betriebsangehörigen mit erheblichen Pensionsansprüchen ausstattete, hat anläßlich des 360jährigen Jubiläums einen Fonds von weiteren 250 000 DM gestiftet, um den betreffenden Betriebs-, mitgliedern im Bedürftigkeitsfall helfen zu können.

Günstige Entwicklung bei den Siemens-Gesellschaften. Auf der Feier anläßlich des 105. Gründungstages des Hauses Siemens in Berlin-Siemensstadt teilte Dr. Hermann v. Siemens mit, daß das Geschäftsjahr 1951/52 befriedigend verlaufen sei. Der Umsatz habe eine Milliarde DM nicht unerheblich übertroffen. Auch im Exportgeschäft habe die günstige Entwicklung weiter fortbestanden. Für 1951/52 werde man eine Dividende zahlen können, die sicherlich nicht geringer als im Vorjahr sein werde (Siemens & Halske AG. zahlte 1950/51 eine Dividende von 4 v. H., die Siemens-Schuckert-Werke AG. 5 v. H.). Die Gesamtzahl der Beschäftigten ist auf 89 000 Personen gestiegen. Für Pensionszwecke sind mehr als 20 Mill. DM aufgewendet worden.

In der AR-Sitzung der Siemens-Reiniger-Werke Aktiengesellschaft in Erlangen wurden die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung zum 29. Februar 1952 vorgelegt. Der HV, die am 3. November stattfindet, soll die Ausschüttung einer Dividende von 6 v. II. vorgeschlagen werden. Dipl.-Ing. Wolf Gellinek wurde zum stellvertr. Vorstandsmitglied berufen.

Aktiengesellschaft für Verkehrswesen, Hamburg, ohne Dividende. Die HV beschloß den Vortrag des Gewinns, der sich 1951 mit 70 000 DM ergab und sich infolge der Vorträge aus 1949 und 1950 auf 0,265 Mill. DM erhöht hatte. Zur Aufnahme einer Dividendenzahlung glaubt das Unternehmen voraussichtlich im laufenden Geschäftsjahr in der Lage zu sein, hofft aber auf das baldige Inkrafttreten einer Steuerreform.

Vor der Neuordnung bei der Gelsenkirchener Bergwerke AG. Die Neuordnung im Bereich der Gelsenkirchener Bergwerks AG., die die Zechen der ehemaligen Vereinigten Stahlwerke AG. umfaßt, wird voraussichtlich noch vor Ende dieses Jahres erfolgen. Allerdings liegt die Aufgliederung der Zechen noch nicht bis ins einzelne fest. Von den vier Bergbau-Gruppen der Gelsenkirchener Bergwerks AG., nämlich den Gruppen Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen und Hamborn, wird die Hamborner Gruppe ganz ausscheiden. Da die besonderen Verhältnisse bei den Gruppen Bochum und Gelsenkirchen einen gewissen Ausgleich als wünschenswert erscheinen lassen, wird die Verbindung mit der Dortmunder Gruppe dadurch aufrecht erhalten, daß diese drei Gruppen bei Erhaltung einer starken Selbständigkeit in einer Holding-Gesellschaft zusammengefaßt werden, die übergeordnete Fragen, etwa auch die Frage eines Gewinn- und Verlustausgleichs, zu regeln haben wird. Die Holding wird den Namen der Altgesellschaft übernehmen und ihren Sitz in Esen haben. Es sollen fünf Tochtergesellschaften der Holding gebildet werden.

Neuentwicklungen der Badischen Anilin- & Soda-Fabrik. Wie auf zahlreichen Gebieten der chemischen Fertigung hat die BASF auch bei der Entwicklung vieler Kunststoffe entscheidendePionierarbeit geleistet. Das zeigte anschaulich der Überblick über das von ihr erzeugte Kunststoff-Sortiment, den sie bei der in Düsseldorf abgehaltenen Fachmesse und Leistungsschau "Kunststoffe 1952" gab. Außer Rohprodukten vermittelten Halbfabrikate und Muster von Fertigartikeln einen Eindruck von der Vielseitigkeit der Anwendungsmöglichkeiten ihrer Erzeugnisse. Neben den Produkten, die seit langem in der kunststoffverarbeitenden Industrie eingeführt sind, stellte die BASF auf der Düsseldorfer Kunststoff-Messe vor allem ihre Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Kunststoffe und Kunstharze heraus, wie "Emu-Pulver 120 FD" als "Emulsion in der Tüte", Polyvinylcarbazol "Luvican" neuerdings auch transparent und "Styropor", das Polystyrol mit mikroporöser Struktur.