Wichtiger Lebensnerv des Kraftfeldes Duisbürgsind die Rhein-Ruhr-Häfen, die 1951 einen Umschlag von 23,8 Mill. t erreichten. Unter diesem Begriff sind die beiderseits des Rheins von Duisburg gelegenen Häfen verstanden. Darin enthalten sind auch die Umschlagzahlen der Duisburg-Ruhrorter Häfen AG., die 1951 rund 10.1 Mill. t betrugen. Wenn man weiß, daß im Vorjahr London Umschlagzahlen von rund 44 Mill. t, Rotterdam 36,9 Mill. t, Antwerpen 29.2 Mill. t, Hamburg 14,2 Mill. t und die bremischen Häfen 8,1 Mill. t erreichten, kann man ermessen, welch bedeutender Umschlag am Duisburger Rheinufer stattfindet. Ohne Zweifel ist dieser Umschlag ein Beweis für die verkehrsgeographisch günstige Lage der Stadt im rheinisch-westfälischen Industriegebiet.

Ein Blick auf die Rhein-Reede vor den Duisburg-Ruhrorter Häfen vermittelt ein imposantes Bild. Rund 170 Schiffe verlassen täglich diesen größten Binnenhafen Europas oder laufen ihn an. Unsere umseitige Abbildung gibt einen Überblick über den Verkehr der verschiedenen Rheinhäfen. Der linke Halbkreis zeigt jeweilig den Umschlag in 1950 und der rechte Halbkreis den des Vorjahres, während der gestrichelte Halbkreis auf der linken Seite den Umschlag in 1936 darstellt und die Prozentzahlen im Verhältnis 1951 zu 1936 angibt.

Zwar zeigt die Abbildung, daß im Verhältnis zu 1936 die Duisburg-Ruhrorter Häfen erst 58 v. H. des Umschlags erreicht haben, während die Neckarhäfen bei 291 v. H., die Mainhäfen bei 167 v. H. und die Baseler Häfen bei 200 v. H. stehen. Die Ursache liegt in der nicht mehr umgeschlagenen Kohle, die teilweise durch Richtungsänderung des Versandes von Holland nach Österreich auf die Bundesbahn abgewandert ist und zum anderen Teil wegen der hohen Nahfrachten zum größten Teil auf dem Kanal verladen werden. Diese Entwicklung konnten die Duisburg-Ruhrorter Häfen nicht verhindern. In konsequenter Folge sind innerhalb der Hafenanlagen Kipper abgebrochen und das Gelände für andere Zwecke freigemacht worden.

Neue Industrien konnten und können noch angesiedelt werden. Während vor dem Kriege 1 Mill. qm an Anlieger verpachtet waren, können jetzt 1,3 Mill. qm als verpachtet ausgewiesen werden. Zur Zeit wird ein Industriegelände von 700 000 qm neu aufgeschlossen, um weiteren Werken die Möglichkeit der Ansiedlung in unserem Hafen zu geben.

Wegen des ansteigenden Mineralölverkehrs sind auf der neu ausgebauten Ölinsel 40 000 cbm Tankraum erstellt worden. Bis zum Ende des Jahres werden 60 000 cbm fertiggestellt sein. Zwei von hier ausgehende Ölleitungen verbinden ab Ende 1952 die Duisburg-Ruhrorter Häfen mit den Hydrierwerken Ruhrchemie, Scholven und Gelsenberg. Nach Inbetriebnahme dieser Leitungen bzw. der Raffinerien wird der Ölumschlag in den Duisburg-Ruhrorter Häfen auf über 1 Mill. t jährlich anwachsen.

Trotz des verlorengegangenen Kohlenumschlags sieht man in Duisburg optimistisch in die Zukunft und stellt fest, daß für alle anderen Güter die Anziehungskraft der Duisburg-Ruhrorter Häfen schon wieder stärker als vor dem Kriege ist. Dr.-Ing. W. Sticht