Es ist offenbar notwendig und nützlich gewesen, daß die 5. Delegierten Versammlung der "Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels quasi hinter verschlossenen Türen ablief. Wenn es auch noch nicht so aussieht, als ob der Gegensatz zwischen einigen Großbetrieben und der Masse der Klein- und Mittelbetriebe durch eine klare und endgültige Einigung aufgehoben ist, faßte die Versammlung doch einstimmig die Entschließung: "Die Entwicklung der den Einzelhandel ausschaltenden oder in den Einzelhandel eindringenden Genossenschaften, des Behörden- und Belegschafthandels, der Regiebetriebe sowie eines Teiles der Großbetriebe läßt eine existenzgefährdende Bedrohung des selbständigen Mittelstandes befürchten, wenn dieser Entwicklung nicht Einhalt geboten wird." Man will die vor einem halben Jahr begonnenen Gespräche über einen gewissen Stopp der Expansion der Großbetriebe", die bereits damals zu dem Zugeständnis der Großbetriebe führten, sich innerhalb der nächsten zwei Jahre nicht in "übernormaler Weise" auszudehnen, fortsetzen, um zu dem von Hans Schmitz, Godesberg, dem Präsidenten der Hauptgemeinschaft, angestrebten "gesunden Mischungsverhältnis der verschiedenen Betriebsgrößen im Einzelhandel zu kommen, das auch im Gemeininteresse liegt".

Von Bedeutung dürften ebenfalls die einem Redaktionsausschuß überwiesenen "Leitsätze" sein, mit denen man einem "Sichaustoben" des Wettbewerbs entgegentreten möchte. Gerade um den Wettbewerb in den Einzelhandel hineinzutragen, habe man diese Grundsätze formuliert, die sich dahin zusammenfassen lassen, daß das Werben nur mit der Güte und Leistung der Ware erfolgen dürfe, jede Irreführung fortfallen müsse und der Kunde nicht "vernebelt" werden solle (etwa durch Zugaben, Schecks und Preisausschreiben). Hinsichtlich des Rabatts wurde erklärt, daß man grundsätzlich gegen ihn sei, daß er jedoch dort, wo Konsumvereine mit ihrer Rückvergütung konkurrieren, nicht entbehrt werden könne.

Ob der Appell an Industrie und Großhandel, bis zum Erlaß einer angestrebten gesetzlichen Regelung des Verbots von Werk- und Belegschafthandel von sich aus freiwillig alles zu seiner Unterbindung zu tun, fruchten wird, mag dahingestellt sein. Besonders dem Süßwareneinzelhandel macht der Behörden- und Werkhandel gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit schwer zu schaffen. td.