DIE ZEIT

Die Folgen des SRP-Verbots

Das Verbot der Sozialistischen Reichspartei, das vom Bundesverfassungsgericht nach längerem Verfahren ausgesprochen wurde, ist ein überaus wichtiger rechtlicher und politischer Akt.

Vatikan und Fremdenlegion

Die Zeitung des Vatikans "l’Osservatore Romano" hat auf die Anfrage eines italienischen Familienvaters, ob sein Sohn in der französischen Fremdenlegion dienen dürfe, folgende Antwort erteilt: "Niemand kann sich der Pflicht entziehen, für sein eigenes Vaterland zu kämpfen, ohne eine rechtliche und moralische Schuld auf sich zu laden.

Verlorene Schätze

Fritz von Unruh, der Goethe-Preisträger, sucht nach verlorenen Schätzen. "Wiedergutmachung des Unrechts", sagte er, als er jüngst in Bonn war.

Einmischung

Bei der Festsetzung der Tagesordnung für die Vollversammlung der UNO stimmten die Amerikaner den Wünschen der arabischen und einer Reihe anderer Staaten zu, die Tunis- und die Marokko-Frage zu einem der ersten Punkte der Tagesordnung zu machen.

Masochisten

Je mehr Affinität gewisse westdeutsche Politiker der neutralistischen Linie zur sogenannten Friedenspolitik der Sowjetzone verraten, desto höhere Ansprüche stellen sie an den Liberalismus der Bundesrepublik.

Geduld mit Frankreich

Die Auflehnung einflußreicher Schichten Frankreichs gegen das Unvermeidliche der europäischen Entwicklung hat ihr erstes Opfer gefordert.

Die Welle des Anti-Amerikanismus

Als 1930 die erste Volksausgabe von "Mein Kampf" herauskam, hätte jedermann sich unschwer über die Tendenzen und Ziele der Hitlerschen Politik orientieren können, die der angehende Diktator dort freimütig niedergelegt hatte.

Präsident Ibañez del Campo

Mit fast unheimlicher Folgerichtigkeit hat sich eine neue Figur in die Reihe der "starken Männer" Südamerikas geschoben. Es ist der Ex-General und Ex-Diktator Carlos Ibañez del Campo, der nach seinem Wahlsieg am 4.

II. Internationale im Stehkragen

Nur die traditionellen roten Nelkensträußchen, die ein paar junge Damen des Mailänder Bürgertums den Delegierten der Comisso überreichten, erinnerten noch an sozialistische Brauchtum.

Tagebuch der Zeit: Wien – Kairo – Teheran

23. Oktober durch Demission des Koalitionskabinetts Figl–Schärf ausgebrochen war, ist mit einem Kompromiß beendet worden. Die Regierung wird bis zu den Neuwahlen im Frühjahr 1953 im Amt bleiben.

ZEITSPIEGEL

Als der deutsche Botschafter Pawelke, der erst viele Monate nach der Anerkennung der Bundesrepublik durch Ägypten ernannt worden war, in Kairo eintraf, waren zum Empfang keine Vorbereitungen getroffen.

Eisenhower oder Stevenson

Wenn die Wähler in den Vereinigten Staaten am 4. November an die Wahlurnen treten, dann geben sie zwar einem der beiden Präsidentschaftskandidaten ihre Stimmen, aber diese Stimmenabgabe hat nur einen indirekten Einfluß auf die eigentliche Wahl des Präsidenten, der von einem Wahlkollegium gewählt wird.

Es herrscht wenigstens Bewegung

Unser westdeutscher Referent hatte in der "Zeit" folgende Einwendungen gegen die Erklärung einiger Theaterleute gemacht: Das "Düsseldorfer Manifest" sei eine persönlich gefärbte Aktion von Gustaf Gründgens und eine konservative Kundgebung gegen Avantgardismus.

Neue Krise in Niedersachsen?

Die Auflösung der SRP hat bereits ihre ersten Auswirkungen auf die bevorstehenden Kreis- und Gemeindewahlen in Niedersachsen gezeitigt.

Ein Leben für das Theater

Nun ist auch Gaston Baty, der letzte Repräsentant der großen Blütezeit des französischen Theaters zwischen den beiden Weltkriegen, nicht mehr unter den Lebenden.

Unter rosablauen Segeln

Die Konservative Partei steht heute, nach einem Jahr Regierungstätigkeit, im Kreuzfeuer einer Kritik, in der von rechts zwar nicht so offen, aber kaum weniger scharf geschossen wird als von links.

Macht oder Ohnmacht der Deutschen Akademie?

Das Wahrzeichen der Stadt ist eine Art Nelsonsäule, die auf einer Art Trafalgar Square steht. Der Platz heißt Luisenplatz; denn aus Darmstadt kam jene Luise nach Weimar, die Goethes anmutige und wehmütige Herzogin wurde, weil Karl August sich ja außer der Braut auch den Minister aus dem Westen nach Thüringen holte.

Zuviel Zensur und zuwenig Rechtssicherheit

Das Schmutz und Schundgesetz, das vor einigen Wochen mit einer knappen Mehrheit im Bundestag angenommen worden ist, lag Anfang des Monats dem Bundesrat vor und wurde von dort an den Vermittlungsausschuß weitergeleitet.

Die korinthische Vorhalle

Seit vierzig Jahren waren Lord und Lady Barchester verheiratet und seit vierzig Jahren bewohnten sie im Park Lane ein vornehmes Haus.

Der Genius Frankreichs

Große Bilder zu Gast zu haben, ist ein wundervolles Erlebnis. Man gewinnt größere Vertraulichkeit und Liebe zu ihnen. Gewiß, mancher hatte seine große Stunde im Louvre vor Watteaus "Gilles", vor Poussins Dichterbild, aber Würde und Prunk der großen Galerie drangen gar zu sehr auf Distanz.

Großräumige Strom-Prognose

Auf einer Vortragsveranstaltung "Die Kohle in der Elektrizitätswirtschaft" wurde in Essen erneut der Blick einer größeren Öffentlichkeit auf die weiträumige Strom-Politik des Ruhrgebietes gelenkt.

Weltspartag

Der Weltspartag, den die deutschen Sparkassen gemeinsam mit ihren Schwesterinstituten in der westlichen Welt zum 30. Oktober ausgerufen haben, steht unter dem Doppelzeichen einer erfreulichen Leistungsbilanz des wiedererwachenden Sparwillens, aber auch der mahnenden Erkenntnis, daß aus diesem Anfang heraus das Entscheidende noch zu tun ist.

Schrott im Zwielicht

Während der Jahresversammlung, die letzte Woche in Düsseldorf stattfand, gib es sehr heftige Opposition innerhalb der verschiedenen Sparten der Schrottwirtschaft, die sich aus den Schrottbetrieben, den industriellen Abbruch- und Abwrackbetrieben, dem freien Handel, Vertragshandel und dem Zubringerhandel zusammensetzt.

Einzelhandel einig

Es ist offenbar notwendig und nützlich gewesen, daß die 5. Delegierten Versammlung der "Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels quasi hinter verschlossenen Türen ablief.

Borgward für Exportförderung

Die Bremer Borgward-Werke servierten der deutschen und ausländischen Öffentlichkeit in der vergangenen Woche eine ganz besondere Überraschung: den Beginn der Serienfertigung ihres "Hansa 2400", der als erster deutscher Wagen mit einem vollautomatischen Strömungsgetriebe ausgestattet ist (vgl.

Die arabische Boykottdrohung

Wie ernst es der arabischen Welt um die Erhaltung der traditionellen Freundschaft mit Deutschland ist, beweist der Besuch, den eine Delegation in der vergangenen Woche Bonn abstattete.

Montage-Bauweise um 17 v.H. billiger

Einen bemerkenswerten Schritt zur spürbaren Senkung der hohen Baukosten, der in allen Teilen Westdeutschlands sicher sehr bald Nachahmung finden dürfte, unternahm die Gemeinnützige Siedlungs AG.

Wer hat in Frankfurt versagt?

Das vom Landgericht Frankfurt a. M. eingeleitete Strafverfahren gegen eine Reihe verantwortlicher Mitarbeiter der in Konkurs geratenen Jüdischen Industrie- und Handelsbank, denen gesellschaftsrechtliche Untreue, Devisen- und Konkursvergehen vorgeworfen wird, zeigte bereits in der Eröffnungssitzung, mit welchem Zündstoff dieser Prozeß geladen ist.

Metallmärkte kommen nicht zur Ruhe

Die NE-Metallmärkte sind auch in der vergangenen Woche nicht zur Ruhe gekommen. Blei gab an der neuen Londoner Terminbörse von 87 3/4£ bis auf 80 1/4 £ Je ltg am 22.

Aufträge nach Berlin!

Westberlins Industrie kann von einem begrüßenswerten Erfolg berichten: der Lieferwert ihrer Erzeugnisse hat im September mit 260 Mill.

Dreiklang Strom, Schiene, Straße

Duisburg und der Niederrhein waren in ihrem Schicksal und in ihrem Wachsen vom Wasser bestimmt. Bis in die kleinsten Kanäle des gewerblichen und menschlichen Lebens reichen die Wirkungen des Stromes.

Stadt an Rhein und Ruhr

Duisburg verdankt der Natur vieles, wenn nicht alles. Rhein und Ruhr sind mit dem Werden und Wachsen dieser Stadt untrennbar verbunden.

Verpflichtende Industrietradition

Jede der großen Städte des Reviers hat ihre Ehrentafel, auf der die Namen großer Männer aus Handel und Industrie, aus Politik und Kunst aufgeführt sind.

Eine Musterschule wurde errichtet

Wenn von 140 Schulen 86 zerstört sind, wenn von 1800 Klassenräumen nur noch in 600 unterrichtet werden kann, wenn es keine ordentlichen Lehr- und Lernmittel mehr gibt, wenn die Schüler schichtweise antreten müssen, um überhaupt Platz zu finden – dann kann von einem vernünftigen Schulunterricht keine Rede mehr sein, dann erhalten 14 v.

Schifferbörse mit viel Tradition

In der alten Schifferbörse zu Duisburg, die auch ein Opfer des Krieges wurde, zog ein großes Wandgemälde "Ausfahrt in See" den Blick auf sich, das gewissermaßen die Verbundenheit des Rheins mit dem Meer und den länderverbiridenden Charakter des Stroms in einprägsamer Form zum Ausdruck brachte.

Neue Wege im Wohnungsbau

Duisburg befindet sich im siebenten Jahr des Aufbaues nach 1945, dem Jahr, das einen nie zuvor gekannten Zusammenbruch brachte.

"Made in Duisburg"

men sich findende Hinweis "Maschinen und Maschinenteile aller Art nach eingesandten Zeichnungen und Modellen" deutet dabei auch auf die Wendigkeit in der Erfüllung ausländischer Wünsche hin.

Richtungweisend in der Chemie

Es ist kein Zufall, daß Duisburg seit einem Jahrhundert mehrfach der internationalen Chemie neue Impulse gegeben hat. Diese lagen weniger auf technischem und wissenschaftlichem, sondern mehr auf wirtschaftlichem Gebiet.

Wegweisende Kohleveredlung

Wertvolle Stoffe und Energien entstehen Von Generaldirektor Dr. Dr.-Ing. E. h. Wilhelm Koelen

Eine Stadt erlebt Geschichte ...

Der altehrwürdige Duisburger Burgplatz, die Kernzelle der Stadt, bietet heute keinen erfreulichen Anblick. Zwar ist das im Kriege schwer beschädigte, von der Verwaltung aber nie verlassene Rathaus wiederhergestellt.

Auch der Muse zugewandt

Die Ruhrstädte stehen alle ausnahmslos vor den gleichen Aufgaben der Bildung und Erziehung, der musischen Anspannung und Entspannung, die ihren Bürgern das harte Leben des Alltags erleichtern sollen.

Unter der silbernen Sichel

Auf einer Studienreise nach Ostasien vor dem Kriege lernte Elisabeth Schucht Indien kennen. Vor kurzem folgte sie einer Einladung in den neuen Staat Pakistan, wo sie monatelang unter den Mohammedanern lebte, in ihre Häuser Eingang fand und viele persönliche Beziehungen anknüpfte.

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