Die NE-Metallmärkte sind auch in der vergangenen Woche nicht zur Ruhe gekommen. Blei gab an der neuen Londoner Terminbörse von 87 3/4£ bis auf 80 1/4 £ Je ltg am 22. Oktober für Oktober-Metall nach, konnte sich danach aber am gleichen Tage bei einem Tagesumsatz von über 2000 t bis auf 83% £ und am folgenden Tage weiter auf 84 5/8 £ erholen. An der Bleibörse erwartet man, daß die rückgängige Bewegung sich fortsetzen und erst bei einem Preise von ca. 70 £ je t zum Stillstand kommen wird. – In New York wurde der Lokopreis für Blei am 22. Oktober von 14 cts auf 13’/> cts je lb herabgesetzt, was einer Parität von 108 £ pro lgt entspricht. Der US-Handel rechnet deshalb mit weiteren Rückgängen und hält mit Ankäufen soweit wie möglich zurück. Auch der Kontinent ist dem Londoner Preisverfall bisher nur zögernd gefolgt. Es sollen sogar noch Angebote prompter Ware zu 105 £ je t vorliegen, die natürlich kein Interesse finden. – Der amtliche englische Abgabepreis für Zink beträgt noch unverändert 118 £ je lgt, während in Antwerpen dafür nur 90 £ gefordert werden. Die englische Regierung hat angekündigt, daß am 1. Januar 1953 auch der freie Handel für dieses Metall wieder eingeführt werden soll. In London erwartet man danach einen ähnlichen Preissturz wie nach der Eröffnung des Bleiterminhandels am 1. Oktober und beschränkt sich deshalb auf die allernötigsten Bedarfskäufe. In New York ist die Zinknotierung in den letzten Tagen von 13,50 cts je lb auf 12,50 bis 13,50 cts ermäßigt worden.

In Rhodesien sind am 20. Oktober 37 000 Albeiter der Kupfererzgruben in den Streik getreten Man befürchtet, daß auch die südlich des rhodesischen Kupferbeltes gelegene große Broken Hill-Grube in den Streik einbezogen und danach die Ausfuhr ganz eingestellt werden wird. Es verlautet, daß das britische Versorgungsministerium noch Kupfer auf dem offenen Markt zu 270 £ je t gekauft habe, während kontinentale Käufer bereits 280 £ bezahlt haben, allerdings nur für sehr prompte Lieferung Für Vorratskäufe besteht wenig Interesse, obwohl der rhodesische Streik bei längerer Dauer zu einer Befestigung des Marktes führen müßte. – Der Zinnpreis ist von der Schwäche der übrigen NE-Metalle angesteckt worden und ist nach einer vorübergehenden Steigerung von 960 £ je t bis auf 990 £ am 9. dieses Monats nunmehr auf 952 £ zurückgegangen. Auch hier ist das Kaufinteresse nur gering.

Baumwolle verkehrte in der vergangenen Woche in sehr schwacher Haltung. Der Anfang September begonnene Preisrückgang für amerikanische Ware hat ununterbrochen angehalten. Middling 15/16" notierte am 24. Oktober in New York nur noch 36,25 cts je lb gegen 40,10 bis 40,35 cts zu Beginn der Rückgangsperiode. Der Angebotsdruck hat in den letzten Tagen beträchtlich nachgelassen, anscheinend machen die Pflanzer neuerdings bereits mehr von der Empfehlung der Regierung Gebrauch, ihre Baumwolle beleihen zu lassen, anstatt sie billig wegzugeben. Im übrigen hofft man in USA auf eine Belebung der Ausfuhrnachfrage durch die neuen Baumwollkredite. – Noch schärfer rückläufig war die Tendenz in Alexandrien, wo Karnak in der vergangenen Woche abermals 6 Tal. je Karnak nachgegeben hat und jetzt mit 62,65 Tal. notiert gegen 125 Tal. Anfang September.

Der Kautschukpreis hat sich in den letzten Tagen in London auf 22 1/2 d und in New York auf 29 cts je lb erholt. Der Stimmungsumschwung ist auf einen Beschluß der USA-Kautschukindustrie zurückzuführen, in Zukunft für Reifen und andere Produkte statt 35 v. H. Naturkautschuk wie bisher, 45 v. H. zu verwenden, was eine zusätzliche Einfuhr von 10 000 t Naturware monatlich oder 120 000 t im Jahre erfordern würde. Andererseits werden zusätzliche Vorratskäufe der US-Regierung kaum noch stattfinden, da ihre Lagerhaltung inzwischen auf über eine Mill. t gestiegen sein soll. Man will nur noch ältere Ware abstoßen und sie durch neue ersetzen. Von den Kautschukproduzenten in Ceylon sind die Verkäufe gegenwärtig auf ein Angebot Chinas, größere Mengen Kautschuk zu 2 s 9 d je lb zu übernehmen, eingestellt worden. Man ist sich in Ceylon noch nicht einig darüber, ob man dieses 10 d über dem Weltmarktpreis liegende Angebot annehmen und evtl. eine Verstimmung der USA in Kauf nehmen soll oder nicht.

Auf dem Südfruchtmarkt sind in Hamburg in der ersten Monatshälfte die ersten diesjährigen Kap-Apfelsinen und außerdem Sizilzitronen neuer Ernte eingetroffen und zu guten Preisen versteigert worden. Bremen empfing in der gleichen Zeit eine sehr große Sendung Hawai-Ananaskonserven, die größte Nachkriegssendung überhaupt. Es handelt sich dabei um über 200 t, die sehr preisgünstig eingekauft wurden. Ein Teil davon ist für den Weihnachtstisch Berlins bestimmt. Die ersten Apfelsinen neuer Ernte vonden Mittelmeerküsten sind gegen Ende November aus Marokko und Cypern zu erwarten, denen von Anfang Dezember ab die Einfuhren aus Spanien und Italien folgen werden. Die Einfuhr von Apfelsinen und Trockenfrüchten aus Spanien wird auf Grund eines Zusatzabkommens in die Liberalisierung einbezogen. Da auch andere Länder wegen ihres Passivsaldos im Handel mit dem Bundesgebiet ihren Fruchtabsatz nach Deutschland steigern wollen, kann mit recht annehmbaren Endpreisen gerechnet werden, um so mehr, als die frühere Antragsgebühr von 1 v. H. auf den Antragswert, die den Endpreis teilweise bis zu 50 v. H. erhöhte, inzwischen weggefallen ist, und auch die Frachten erheblich zurückgegangen sind. o l.