Während der Jahresversammlung, die letzte Woche in Düsseldorf stattfand, gib es sehr heftige Opposition innerhalb der verschiedenen Sparten der Schrottwirtschaft, die sich aus den Schrottbetrieben, den industriellen Abbruch- und Abwrackbetrieben, dem freien Handel, Vertragshandel und dem Zubringerhandel zusammensetzt. Erst nach vierstündiger Debatte gelang es offenbar, so teilte der Verbanc in einer nachträglichen Pressebesprechung mit, ehe Überbrückung der Gegensätze zu finden und endlich den "Bundesverband der deutschen Schrottwirtschaft", mit dem Hauptsitz in Düsseldorf und den Nebensitzen in Frankfurt, Hamburg und Hannover, zu bilden. Der Zubringerhandel hat als Mittelstufe der Schrottwirtschaft nunmehr eine starke Vertretung im Vorstand der Spitzenorganisation erhalten.

Außerhalb des Meinungsstreites ist zur derzeitigen Schrottlage festzustellen, daß sich die Freigabe der Preise insofern bewährt hat, als die monatliche Anbietung von Schrott in 1952 um durchschnittlich 73 000 t gesteigert werden konnte. Das ist eine echte Leistungssteigerung, die die Preisklarheit bewirkte. Zugleich ist aber auch festzustellen, daß der derzeitige Schrottpreis von 170 DM je t erheblich über den Inlandpreisen in Frankreich (125 bis 130 DM je t) und in England (85 DM je t) liegt. Die schrottverbrauchende Eisen- und Stahlindustrie ließ dazu erklären, daß dieser Preisstand als zu hoch empfunden werde und die Konkurrenzfähigkeit des deutschen Stahls gefährde.

Auf die Frage, wo zum Beispiel Schrott zu annehmbaren Preisen herkommen sollte, war zu hören, daß in den USA zur Zeit 4,5 Mill. t lagerten, also das Doppelte des normalen Standes, was eine Folge des so lang anhaltenden Stahlarbeiterstreiks sei. Dieser Schrott könne in Bewegung kommen, "weil man in den USA selbst kaum an eine Aufrechterhaltung der Rekordstahlerzeugung auf lange Sicht glaube".

Interessant war, zu erfahren, daß der Schrottexport praktisch ausgelaufen sei. 1951 wurden noch monatlich 56 700 t exportiert, 1952 waren es bisher durchschnittlich 41 000 t, bis März nächsten Jahres würden dann die alten Verpflichtungen vollends abgeschlossen sein. lt.