Steinkohle ist einmalig. Die Begrenztheit der Steinkohlenvorkommen nach Menge und Güte zwingt zu der Forderung, die Kohle nicht als Brennstoff zu betrachten, sondern als Rohstoff und Basis für eine Verwendung, die zu höherwertigen Stoffen und Energien führt.

Die Kohlenveredlung hat im Ruhrbergbau von jeher die Aufgabe gehabt, seine Krisenempfindlichkeit zu verringern. Heute zwingt uns die Not einer unzureichenden Kohlenversorgung, das vermeintlich Wertlose zu verwerten, das Geringwertige zu verbessern und den Wirkungsgrad der Umwandlung und Verwendung zu steigern. Durch Forschungs- und Entwicklungsarbeit wird damit zur Entlastung der Kohlenversorgung beigetragen und gleichzeitig die wirtschaftliche Lage des Bergbaus verbessert.

Die Industrie – groß und klein – beschäftigt sich mit diesen Problemen in allen einschlägigen Sparten. Die Hochschulen und die zentralen Forschungsinstitute auf Basis öffentlicher und privater Mittel, in Vertretungen zusammengefaßt u. a. in den Institutionen unter der deutschen Forschungsgemeinschaft mit der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung und neuerdings das Battelle-Memorial-Institute in Frankfurt widmen dieser Entwicklung stärkste Obacht.

Die beistehende Tafel ("Überblick über das Gebiet der Steinkohlenveredlung") zeigt eindeutig die Fülle der anstehenden Einzelprobleme wie auch das Ausmaß des Gesamtgebietes, das von der rohstofflichen Erfassung der Kohle im Flöz bis zur Synthese verwickelter Verbindungen der Organchemie reicht. Aus der Vielzahl der Einzelaufgaben, die den inneren Zusammenhang zwischen Grube – Aufbereitung – Kraftwirtschaft – Energieversorgung – Chemie erkennen lassen, seien einige besonders wichtige herausgegriffen.

Ein Flözarchiv

Der Steinkohlenbergbau ist bestrebt, unter Mitwirkung aller Bergwerkgesellschaften ein Flözarchiv aufzustellen, das einheitliche Unterlagen über die rohstofflichen Eigenschaften der Kohlenvorräte enthält und damit, wichtigste Hinweise in betriebstechnischer und betriebswirtschaftlicher Hinsicht gibt. Wenn wir wissen, wie die Substanz des einzelnen Flözes sich chemisch zusammensetzt, welches ihre geologisch bedingten und ihre physikalischen Eigenschaften sind, welche Verunreinigungen sie enthält und ob sich diese durch geeignete Aufbereitungsverfahren ausscheiden lassen oder nicht, dann ist eine wesentliche Voraussetzung für einen erfolgreichen Ausbau der Kohlenveredlung geschaffen.

Die Kohlenaufbereitung