Die Bayerische Staatsbank kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. In wenigen Jahren wird sie ihren 175. Geburtstag feiern. Aus der kleinen, 1780 gegründeten Hofbank des Markgrafen Alexander von Ansbach-Bayreuth wurde eine preußische Staatsbank für die fränkischen Besitzungen, die 1806 auf Bayern überging. Seither ist sie Bank des bayerischen Staates und Bank der privaten Wirtschaft.

Als nach dem Zusammenbruch im Jahre 1945 das gesamte Bankwesen reorganisiert und an Stelle der Reichsbankanstalten Landeszentralbanken gegründet werden sollten, wurde wohl die Umwandlung der Bayerischen Staatsbank in eine Landeszentralbank von Bayern erwogen, aber man entschied sich damals für ihre unveränderte Erhaltung. Durch das bayerische Gesetz vom 25. Oktober 1950, das an die Stelle einer reformbedürftigen Verordnung aus dem Jahre 1920 trat, wurden ihre Rechtsverhältnisse neu geregelt. Die alten bewährten Grundsätze für ihre Verfassung und Geschäftsführung blieben aber unberührt. Es geschah lediglich eine Anpassung an die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse der Gegenwart. Wie bisher untersteht die Bank als Staatsanstalt der Aufsicht des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und wie bisher leistet der bayerische Staat für alle ihre Verbindlichkeiten volle Gewähr. Durch das erwähnte Gesetz wurde das frühere Grundkapital von 40 Mill. DM wiederhergestellt. Neben der Hauptstelle München unterhält die Staatsbank heute 28 Niederlassungen im rechtsrheinischen Bayern und der Pfalz. Ihre Bilanzsumme, die im Jahre 1949 rund 469 Mill. DM, 1950 rund 670 Mill. DM erreicht hatte, überschritt 1951 den Betrag von 800 Mill. DM. In diesen Ziffern spiegelt sich die erfolgreiche Entwicklung des Instituts. Dahinter steckt auch ihr Heranwachsen zur bedeutenden Außenhandelsbank und die für die letzten Jahre besonders charakteristische zunehmende Verbindung mit der bayerischen Privatwirtschaft. Es ist selbstverständlich, daß die Staatsbank in Erfüllung ihre doppelten Funktion als Hausbank des bayerischen Staates und als Bank der privaten Wirtschaft nicht nur dem Staate ihre Hilfe leiht, sondern daß sie sich auch am Wiederaufbau der bayerischen Wirtschaft nach der Katastrophe des zweiten Weltkriegs, an der Erweiterung der für Bayern lebenswichtigen Industrialisierung, an der Eingliederung seiner Flüchtlingsbevölkerung, der Durchführung der staatlichen Wirtschaftsprogramme maßgebend beteiligte und beteiligt. Karl Max von Hellingrath