M., Brüssel‚ Mitte Januar

Belgiens Presse nennt den am 17. Januar in Brüssel eröffneten Internationalen Automobilsalon dieses Jahres "Das Kapital der Kraftwagen". Nicht nur die Höflichkeit, sondern auch die echte Anerkennung des deutschen Gastes findet diesen Superlativ als nicht vermessen. In den repräsentativen Hallen des "Palais du Centenaire" drängen sich staunende, festlich gestimmte und elegant gekleidete Besucher wie zu einer Galavorstellung in der Oper. Die Frankfurter Automobilausstellung im März wird großartig sein; überbieten aber kann sie den Brüsseler Autosalon wohl kaum. Alles, was in elf Ländern Rang und Namen hat, vorweg die Amerikaner mit einer Reihe neuer 3- bis 5-Literwagen, die Engländer, Italiener, Franzosen und am Schluß die Sowjets mit ihrem Moskovitch (alias Opel Kadett), ist vertreten. Die Modelle der deutschen Firmen Borgward, DKW, Veritas, Ford-Taunus, Goliath, Gutbrod, Lloyd, Mercedes-Benz, Opel, Porsche und Volkswagen aber halten in ihrer Literklasse jedem Vergleich mit der internationalen Konkurrenz stand.

Großes Interesse findet der neue Borgward 1800 Diesel und Goliath GP 700 Sport. Man erfährt, daß Volkswagen stark gekauft werden, und vor allem der VW-Kleinbus den Reynault vom belgischen Markt verdrängt hat. Die Ausstellungsüberraschungen bringen Büssing mit einem 24-t-Lastzug und Mercedes in der Personenwagenhalle: den Panamerican-Sieger 300-SL-Sportwagen hat kein anderer.