Mutige Bischöfe

In den katholischen Kirchen der sowjetischen Zone ist ein Hirtenbrief verlesen worden, in dem sich die Katholische Kirche gegen den Einfluß des Materialismus auf die Schule wendet. Es heißt darin: "Durch Artikel 41 der Verfassung der DDR ist der Kirche das Recht zugesichert, zu den Lebensfragen des Volkes von ihrem Standpunkt aus Stellung zu nehmen. Von diesem uns feierlichst verbürgtem Recht machen wir heute feierlichen Gebrauch, indem wir Stellung nehmen: ... unsere Schule ist religionslos. Wir haben nicht einmal die Möglichkeit, eigene christliche Schulen zu errichten. In diesen religionslosen Schulen wird der Materialismus gelehrt... Der Materialismus aber leugnet Gott... und rühmt sich dieser Leugnung und preist sie als wissenschaftliches Ergebnis... Glaube niemand, wir seien gesonnen, uns mit diesem Zustand abzufinden! Wir fordern unser Recht und werden darauf bestehen..."

Zentral organisiert?

Eine Kundgebung der FDP in Schweinfurt, bei der Bundesjustizminister Dehler sprechen wollte, ist von gewerkschaftlichen Stoßtrupps gesprengt worden. Nach anderthalb Stunden mußte die Versammlung geschlossen werden, ohne daß Dehler, der als "Gewerkschaftsfeind" niedergeschrien wurde, zu Wort gekommen war. Er konnte den Saal nur unter Polizeibedeckung verlassen. Die gleichen Elemente haben Anfang dieses Monats schon einmal – und zwar in Nürnberg – eine Versammlung, in der Dehler sprechen sollte, zu sprengen versucht.

Britische Sorgen

"Wir leben in einem verrückten Paradies", meinte Richard Crossman, Labourabgeordneter, als er von einem Besuch aus dem Mittleren Osten heimkehrte. In Ägypten wird die Armee durch deutsche Generale kontrolliert. Wenn ein ägyptischer Handelskonzern einen Auftrag für Ausrüstungsgegenstände vergebe, sagten deutsche Firmen: "Wir liefern sofort" –, während britische Unternehmen wegen der Wiederaufrüstung, die die Exportkapazität einschränke, erst in sechs Monaten liefern könnten.

Junge Generale