Die offene Linie“ nennen die Couturiers in ihrer Fachsprache die verwegenen Versuche, das Dekolleté, das bisher an festlichen Abenden getragen wurde, im Frühjahr und Sommer auch am Tage zu wagen. Schon im vorigen Jahr hatten sich die tiefdekolletierten Sommerkleider durchgesetzt; jetzt geben auch Kostüme und Mäntel die Schulterpartie frei. Eifersüchtige Männer und vorsichtige Väter werden vielleicht bald mit Wilhelm Busch sagen: „Und dann, Helene, muß ich bitten, das Grüne, was so ausgeschnitten, du ziehst mir nicht das Grüne an, weil ich’s nun mal nicht leiden kann...“ Oben: Graues Straßenkleid aus Alpaka mit großem herzförmigem Ausschnitt, der beim Ausgehen mit weißer Stola und riesigem Hut kokett verdeckt wird. Links: Nur in Italien, wo die Meister kunstvoller Stroharbeiten sitzen, konnte man dieses dekolletierte Strandpromenadenkleid aus feinstem Strohgeflecht mit kleiner Pelerine ersinnen. Modell: Jacques Fath, Aufn.: AP