Hauptquartier Paris

Der stellvertretende Oberbefehlshaber der USA-Truppen in Europa, General Handy, wird demnächst mit den 800 Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften seines Stabes sein bisheriges Hauptquartier in Frankfurt/Main verlassen und sich nach Paris absetzen. Handy ist als Stellvertreter Ridgways zuständig in allen Angelegenheiten des Nachschubes, der amerikanischen Waffenhilfe, der Errichtung amerikanischer Stützpunkte, der Bauten für amerikanische Wehrmacht in Europa sowie der Erteilung von Rüstungsaufträgen an europäische Hersteller.

Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Generalen und ihren Stäben erfordert nach amerikanischer Auffassung die Verlegung des Frankfurter Hauptquartiers nach Paris, überdies dürfte ein so wichtiges Hauptquartier, wie das des Generals Handy, nicht so dicht hinter der von den Russen besetzten deutschen Ostzonengrenze installiert werden. Aus der gleichen Überlegung erfolgt auch die Verlegung des Hauptquartiers der amerikanischen Luftwaffe von Wiesbaden nach Landstuhl, zwischen Kaiserslautern und der Grenze des Saargebietes.

Bruderschaft des weißen Tempels

Die New York Times berichtet von einer Sekte unter dem Namen Bruderschaft des weißen Tempels, die sich in einem schmalen Tal der Rocky Montains einen Zufluchtsort eingerichtet hat, wo sie die „Prüfung durch die Atombombe“ bestehen will. Sie erwartet diese Prüfung am 10. März 1953. Mehr als 700 Anhänger haben in dem Felsental Zuflucht gefunden. Die Brüder vom weißen Tempel wohnen dort in neuerrichteten Häusern und kasernenartigen Bauten, in deren Mitte sich ein zweistöckiger Tempel befindet. Den Stichtag der Prüfung will der Führer dieser Bruderschaft, der Arzt W. Dorial, unter anderem aus den Werken von Nostradamos ermittelt haben.

Christliche Gewerkschaft

Der katholische Arbeiterführer und Bundestagsabgeordnete der CDU, Johannes Even, dementiert Gerüchte, daß Bundesarbeitsminister Storch und dessen Staatssekretär Dr. Sauerhorn christliche Gewerkschaften gründen wollen. Er fordert aber, daß der DGB sich von der Umklammerung der SPD befreie und eine „unabhängige Einheitsgewerkschaft“ werde. Es müßten für die christlichen Arbeitnehmer im DGB und in den Industriegewerkschaften eigene Bildungskurse, eigene Schulen und die Möglichkeit, eigene Schriften herauszugeben, eingerichtet werden. Even fordert ferner, daß christliche Gewerkschaftsfunktionäre in den Bundesvorstand, in die Aufsichtsratsposten und Arbeitsdirektorenstellen entsprechend dem Prozentsatz christlicher Mitglieder entsandt würden und angestellten Funktionären das Kandidieren für die Parlamente untersagt werde.