Wie der Ostasiatische Verein Hamburg/Bremen feststellt, wird Indien im ersten Halbjahr 1953 Einfuhrlizenzen etwa im gleichen Umfang erteilen wie im vorigen Halbjahr 1952. Zu den Gütern, die nach wie vor von der Liberalisierung ausgeschlossen sind, gehören u. a. Kugellager, Vervielfältigungsapparate, Handschnellpressen und einige Textilerzeugnisse; für ihre Einfuhr sollen Quoten festgesetzt werden.

Das Lizenzverfahren ist im wesentlichen unverändert geblieben. Die „established importers“ brauchen jetzt jedoch keinen zweijährigen Import mehr nachzuweisen, um Einfuhrlizenzen zu erhalten. Gleichzeitig ist die Zahl der Waren, an deren Einfuhr sich die neuen Firmen beteiligen können, erheblich vergrößert worden.

Aus Neu-Delhi wird dazu berichtet, daß deutsche Kaufleute den Rückgang des sprunghaft angestiegenen Exports deutscher Investitionsgüter nach Indien befürchten, wenn die deutschen Stahlpreise ihre jetzige Höhe behalten, zumal wettbewerbsfähige Preise und kurze Lieferfristen den Anteil Westdeutschlands am indischen Handel innerhalb der letzten drei Jahre erheblich ansteigen ließen. An der Gesamteinfuhr Indiens waren deutsche Investitionsgüter 1951 mit 5 v. H. beteiligt; der Anteil konnte 1952 bis auf über 7 v. H. gesteigert werden. Allein der Import deutscher Lokomotiven ist von 5,3 Mill. DM in 1951 auf 16,6 Mill. in den ersten acht Monaten 1952 angestiegen. Ähnlich ist die Entwicklung auf dem Gebiet der Elektrotechnik und der Werkzeugmaschinen. Es hat den Anschein, daß bei der Lieferung für die indischen Eisenbahnen die deutschen Waggon- und Lokomotiv-Fabriken die Vorherrschaft der britischen Unternehmungen allmählich brechen: 1952 erhielten deutsche Firmen über ein Drittel aller Aufträge der indischen Bahnen für rollendes Material im Werte von 35 Mill. DM. 86 v. H. des deutschen Exports waren Industrieerzeugnisse. Als größte Schwierigkeit im deutsch-indischen Handel muß der Überschuß angesehen werden, der sich für Deutschland ergab. Während im letzten Wirtschaftsjahr Indien deutsche Waren im Werte von etwa 249 Mill. DM einführte, nahmen wir nur für 83 Mill. DM indische Waren ab. –ke