Kurz vor Verkündung des Gesetzes über die Neuordnung des Geldwesens, das den Banken ermöglicht, Kapitalentwertungskonten bis zu 100 v. H. des Umstellungskapitals einzusetzen, hat als erste Regionalbank des norddeutschen Raumes die Hamburger Vereinsbank ihre DMEB sowie die darauffolgenden Bilanzen bis einschließlich1952 veröffentlicht. Die Bilanzen werden am 16. Mai den Aktionären zur Genehmigung vorgelegt werden. Wie bereits erwartet wurde, liech die Umstellungsquote von 7 : 6 über der der ehemaligen Großbanken, deren günstigstes Umstellungsverhältnis bei 10 : 6,25 (Deutsche Bank) liegt. Praktisch konnten jedoch die Aktionäre ihr Kapital voll erhalten, wenn man berücksichtigt, daß die in 1941 erfolgte Aufstockung von 12 Mill. RM auf 14 Mill. RM ohne Zuzahlung erfolgte. Mit der jetzigen Zusammenlegung auf 12 Mill. DM wird lediglich der alte Stand von vor 1941 wiederhergestellt.

In derBilanz für 1952 wird eine neugebildete gesetzliche Rücklage von 1,2 Mill. DM, eine freie Reserve vor 2,2 Mill. und als neuer Poster eine Pensionsrückstellung vor 6,1 Mill. DM ausgewiesen. Diese Reservenbildung wurde gefördert durch eine Anfang d. J. erlassene Verordnung, die den Kreditinstituten die Möglichkeit gibt, einen Teil der bei ihnen seit der Währungsumstellung gebildeten Wertberichtigungen zur Abdeckung des in der DMEB eingesetzten Kapitalentwertungskontos und zur Bildung offener Reserven zu verwenden. Danach konnte die Vereinsbank 4,455 Mill. DM entnehmen, de sie zum Restausgleich für das damit völlig getilgte Kapitalenwertungskonto, für die Bildung der gesetzlichen und freien Rücklage benutzte. Wenn man die Bilanzsummen seit der Währungsreform zugrunde legt, so scheint die seit 1948 kräftige Geschäftsausweitung nunmehr zu einem gewissen Stillstand gekommen zu sein. In der Bilanz für 1952 beträgt die Bilanzsumme 305 Mill. DM. Die Einlagen haben sich gegenüber dem Vorjahr um etwa 24 Mill. DM auf 215 Mill DM erhöht. Der Kassenbestand, die Guthaben bei der Landeszentralbank, beim Postscheckamt und bei Kreditinstituten betragen 51,6 Mill. DM, der Posten Wertpapiere 2 Mill. DM. Die Konsortialbeteiligungen belaufen sich auf 4,7, die Debitoren auf 138 Mill. DM, Ausgleichsforderungen bestehen in Höhe von 19,2 Mill. Die Grundstücke und Gebäude sowie die Betriebsausstattung stehen mit 3,6 Mill. zu Buch. Die hierin wie in den Beteiligungen und Konsortialbeteiligungen angelegten Mittel von 10,6 Mill. stehen in einem gesunden Verhältnis zu den eigenen Mitteln der Bank. Als Regionalbank konzentrieren sich die Interessen nahezu ausschließlich auf Hamburger Unternehmen.

Aus den in 1952 erwirtschafteten Überschüssen werden 1,7 Mill. der freien Rücklage überwiesen. Der verbleibende Restgewinn dient zur Ausschüttung einer Dividende von 6 v. H. Im laufenden Geschäftsjahr konnten bereits recht günstige Ergebnisse erzielt werden. Bei einem Anhalten dieser Tendenz kann auch für das laufende Geschäftsjahr wieder mit einer Dividende gerechnet werden. Der Vorstand macht jedoch in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, daß die geplante Erleichterung durch Senkung der Körperschaftsteuer von 60 auf 40 v. H. keinesfalls ausreicht, um den schädlichen Druck der Doppelbesteuerung der Gewinne bei den Gesellschaften und beim Aktionär zu beseitigen. K. W.