DIE ZEIT

Die DGB-Filme

Daß in Deutschland, dessen Filmproduzenten von Unglück und Talentlosigkeit geschlagen zu sein scheinen, bessere Filme hergestellt werden sollten, sagen alle.

Das Erbe Stalins

Schon einmal mußte in der Sowjetunion für einen Diktator ein Nachfolger gefunden werden. Das war im Jahre 1924, als Lenin starb.

Der Horcher am Band . . .

Was für Erleichterungen verdanken wir dochdem technischen Fortschritt! Was war das doch für eine Strapaze bei den soliden dicken Wänden, die unsere Großväter noch gebaut haben! Und nachher hatte der Horcher an der Wand nicht einmal die Gewißheit, ob er auch richtig verstanden hatte.

Die glücklichen Verlierer

Nach einer Pause von zwölf Wochen ist die Verfassungskrise wieder nach Bonn zurückgekehrt, von wo die Regierungskoalition sie durch ihre Feststellungsklage im Dezember zum Karlsruher Bundesverfassungsgericht abzuschieben versucht hatte: der Zweite Senat dieses Gerichts hat die Klage als unzulässig abgewiesen, worüber man in Bonn erstaunlicherweise sehr glücklich ist.

Lindert die Not!

Auf unseren Aufruf, den Flüchtlingen in Berlin und Holland zu helfen, sind bisher für die Berlin-Hilfe 9 212,25 DM, für die Holland-Hilfe 2479,90 DM als Spenden eingegangen.

Auf jeden Fall verdächtig

Als im Januar in Straßburg die erste Lesung der EPG, der Europäischen Politischen Gemeinschaft, stattfand, brachte Professor Senghor, der Vertreter Französisch-Äquatorial-Afrikas im französischen Parlament, sehr zur Freude (vielleicht auch auf Veranlassung?) der französischen Delegation, den Antrag ein, die 63 Sitze Frankreichs, – für Deutschland und Italien waren ebenfalls je 63 Sitze vorgesehen – um 20 zusätzliche Sitze für seine afrikanischen Landsleute zu erhöhen.

Georgij Malenkow

Die wenigen Ausländer, die ihn kennen, haben Urteile abgegeben, die eine Mischung von Antipathie und Schrecken sind. Der untersetzte Mensch mit dem fetten Gesicht und den schillernden Augen erweckt kein Vertrauen.

Tagebuch der Zeit: Washington – Straßburg – London

In den viertägigen Besprechungen des britischen Außenministers Eden und des Schatzkanzlers Butler mit Präsident Eisenhower und Außenminister Dulles hat Eden zugesichert, England werde in Zukunft den Transport kriegswichtiger Waren nach Rot-China an Bord von englischen Schiffen unterbinden und auch Schiffe anderer Nationen, die solche Waren an Bord haben, nicht mehr in englischen Häfen bunkern lassen.

ZEITSPIEGEL

Vor dem Untersuchungsausschuß des amerikanischen Senats, der sich mit den kommunistischen Umtrieben in dem amerikanischen Propagandasender „Stimme Amerikas“ befaßt, hat James Thompson, ein leitender Angestellter des Senders, mitgeteilt, daß zwei Stellenbewerber, die von der „Stimme Amerikas“ aus Sicherheitserwägungen abgelehnt worden seien, hohe Posten im Bonner Amt der amerikanischen Hohen Kommission bekleideten.

FRIEDRICH SIEBURG:: Die Flucht nach Europa

Jeder von uns kennt die äußeren Umrisse der Bundesrepublik – aber wer erschräke nicht aufs neue, wenn er sie betrachtet: Wie, dies seltsam gereckte Gebilde, das schlampig um eine verbogene Nordsüdachse gruppiert ist, soll alles sein, was uns von Deutschland geblieben ist? Wir glauben vielleicht, daß Frankfurt im Westen unseres Gebietes läge, aber es ist der östlichen Bundesgrenze näher als der westlichen.

Japan will nicht rüsten

Seit Monaten fliegen Emissäre aus Tokio und Washington hin und her über den Pazifik, um über Japans Wiederaufrüstung zu verhandeln.

Bidaults Umwege

Alle Versuche, die der französische Außenminister Bidault seit seinem Amtsantritt zu Beginn des Jahres unternommen hat, haben zum Ziel, Frankreich eine Vormachtstellung in der geplanten europäischen Verteidigungsgemeinschaft zu sichern.

Erfolg des Apparats

Man sollte das Abstimmungsergebnis auf dem Landesparteitag der FDP in Dortmund nicht über- und noch weniger unterschätzen. Der Kampf um den Kurs der Partei bleibt einer späteren Zeit vorbehalten.

Waren für Israel

Der Wiedergutmachungsvertrag mit dem Staate Israel liegt dem Deutschen Bundestag zur Beschlußfassung vor. Es ist keine Frage, daß er angenommen werden wird.

Gelächter in der Lausitz

Sie haben es nicht leicht, die Leute in der Nieder- und Oberlausitz, seitdem sie als sogenannte Sorben vor fünf Jahren auf Wunsch Moskaus die kulturelle Autonomie erhielten.

Lulus Operntod

Nahezu zwei Jahrzehnte nach dem Tode Alban Bergs kam jetzt seine Oper „Lulu“ in Essen zur ersten deutschen Aufführung. Um es vorwegzusagen: „Lulu“ ist kein „Wozzeck“; aus mehreren Gründen.

Malerbrigaden sorgen für Optimismus

Die Gruppe der Arbeiter, die im nieselnden Regen vom Bahnhof her durch die Trümmerstraßen geht, ist als Delegation nach Dresden gekommen.

Wo die abstrakte Kunst herkommt

In Neuß, nahe dem Münster St. Quirin, einem Bau des romanischen Übergangsstiles – geistvoll entworfen, mit seiner eigenwilligen Vierungskuppel und dem feinen Dekor der Westfassade ein bedeutendes Denkmal des deutschen Mittelalters, um dessentwillen allein es sich lohnt, die Stadt zu besuchen – steht ein Rest der alten Befestigung, das Obertor, in dem ähnlich wie in der Kölner Hahnentorburg Ausstellungsräume für bildende Kunst hergerichtet sind.

Ein Nihilist will Ruhe haben

Der Bonner Intendant Dr. Pempelfort stellte einen Epigonen des katholischen Universalgenies Claudel – den 43jährigen Franzosen Thierry Maulnier, mit dessen zweitem Stück „Ein Feind Gottes“ („Le Profanateur“) im Bonner Theater vor.

Der Schrei nach der Idee

Eintönige Litanei unserer Untergangsapostel: der Westen sei dem Osten unterlegen; denn nicht wie dieser gebiete er über eine mitreißende Idee, an der sich die Jugend und die Massen zu selbstloser Hingabe entflammen – was not tue, sei eine neue Idee, sie allein vermöge den zündenden Funken aus uns zu schlagen.

Mein Freund Fernando

ein Freund Fernando ist zehn Jahre alt. Wenn er mich sieht, läuft er sofort her. Dem Carlitos hat er bekannt, ich sei der beste Mensch der Welt, die meiste Freundschaft habe er für mich.

Könige, Fürsten, Despoten

Als der Perserkönig Xerxes, von einer List der Griechen in die Falle gelockt, die Seeschlacht bei Salamis wagte, erlitt er eine vernichtende Niederlage.

Philipp Ernst Reclam †

Der Seniorchef des Reclam-Verlages, Dr. Philipp Ernst Reclam, ist in Bad Heilbrunn im Alter von fast 77 Jahren gesorben. Dr.

Warum Luther lutherisch wurde...

Äußere nie einen Satz, den du nicht auch dann äußern würdest, wenn du einer anderen Nation, einer anderen Konfession, einer anderen Gesellschaftsklasse oder einer anderen Partei angehörtest als der, der du angehörst.

Vor Ostern

Aus dem Anekdotenband „Europa lächelt noch immer“ – gesammelt von Joseph Papesch, herausgegeben vom Leykam-Verlag, Graz. In diesem Euch findet man eine Fülle kleiner Geschichten, die beweisen, daß auch die dramatischsten Epochen des Abendlandes – sah man sie von einem bestimmten Gesichtspunkt – nur „halb so schlimm“ gewesen sind.

Durch Verse dem Osten verfallen

Dieses Buch hat einen „Duft“, ein wei – um mit dem feinsten Lob der Chinesen zu sprechen –, es gibt köstlichen Nachgeschmack wie eine Schale Tee.

Mit und ohne Temperament

Die Konjunktur in Biographien, hat seit 1945 nachgelassen, aber die Neigung zu farbiger, romanhafter Verbrämung historischer Lebensläufe – die Helden müssen nicht unbedingt im Glanz von Größe und Tragik gestanden haben – ist geblieben.

Realismus in der europäischen Währungspolitik

Es hat den Anschein, als ob in der deutschen und internationalen Diskussion zu dem Problem der Herbeiführung einer größeren Austauschbarkeit der Währungen in jüngster Zeit ein Wandel eingetreten ist.

Ein zeitgemäßer väterlicher Rat

Lieber Hans! Du hast nun einen Beruf erlernt und kannst aus Deinem langsam steigenden Verdienst schon laufend etwas sparen, wenn nicht gerade eine dringende Anschaffung zu bezahlen ist.

Neue Pflichten

Auch die Montan-Union hat die Fragen nach den Methoden einer wünschenswerten europäischen Integration nicht lösen können. Noch immer wird diskutiert, ob einer wirtschaftlichen die politische Integration voranzugehen habe oder umgekehrt.

Abs warnt

Auf der oHV der Dortmund-Hörder Hüttenunion AG, Dortmund, für das Geschäftsjahr 1950/51 äußerte sich über die Gegenwarts- und Zukunftslage dieses größten westdeutschen Stahlerzeugers der AR-Vorsitzer, Hermann J.

Storch streikt...

In einem stillen Protest hat sich der Bundesarbeitsminister gezwungen gesehen, seinem Ministerium Anweisung zu geben, die „Überlegungen zur Durchführung weiterer Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen einzustellen“.

Rauchtabakindustrie ist uneinig

Der Ausschuß für Finanzen und Steuern des Bundestages hat z. Z. die undankbare Aufgabe, sich mühsam durch die Schwierigkeiten der Tabakbesteuerung und die Feinheiten der Berechnung der einzelnen Relationen durchackern zu müssen, da der Entwurf eines Tabaksteuergesetzes, etwas voreilig und kühn als eine „Reform“ angekündigt, so rasch wie möglich verabschiedet werden soll.

„Keine Fehlinvestition“

Die Redaktion der „ZEIT“ gab in der Ausgabe vom 5. März dem Finanzsenator der Hansestadt Hamburg, Dr. Walter Dudek, Gelegenheit, zu dem Bau einer Zuckerfabrik im Landesteil Schleswig kritisch Stellung zu nehmen.

Casablanca wirbt

Der am 27. Oktober v. J. vollzogene Beitritt Casablancas zur Union der Internationalen Messen beginnt sich schon jetzt auszuwirken.

Das Flugzeug erschließt Afrika

Der Fluggast, der mittags in Paris startet, kann das Mittagessen des nächsten Tages bereits in Leopoldville, der Hauptstadt des belgischen Kongo, einnehmen und am gleichen Abend noch Johannesburg in der Südafrikanischen Union erreichen.

Exportchancen in Indien

Wie der Ostasiatische Verein Hamburg/Bremen feststellt, wird Indien im ersten Halbjahr 1953 Einfuhrlizenzen etwa im gleichen Umfang erteilen wie im vorigen Halbjahr 1952.

Markt ohne Restriktionen

Vor 50 Jahren hatten die europäischen Großmächte eine Blockade über die venezolanische Küste verhängt, weil das Land zu arm war, um seinen ausländischen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Kanada festigt seine Stahlbasis

Obwohl in der Stahlversorgung Kanadas einige Zweige noch immer Engpässe aufweisen, ist eine ständige Verbesserung der Versorgunslage festzustellen.

Kraftfahrzeuge im Wettbewerb

Die Bedeutung der Schweiz, als des mehr oder weniger einzigen wirklich offenen Marktes in Europa, kann nicht besser dokumentiert werden als durch das Überangebot an Marken und Typen auf dem Genfer Automobilsalon.

Schwieriger Markt für RM-Renten

Während die Weltbörsen auf die Ereignisse in der UdSSR zeitweise fest reagierten, hat bei uns der Tod Stalins die ohnehin nur oberflächlich unterdrückte Unsicherheit erneut hervortreten lassen.

Angebotsdruck auf den Weltmärkten läßt nach

Nach den dauernden Preisrückgängen der vorhergegangenen Wochen ist in den letzten 14 Tagen eine leichte Besserung der Notierungen für verschiedene wichtige Rohstoffe, Lebens- und Genußmittel eingetreten, denen allerdings auch noch eine Anzahl von Preisermäßigungen für andere Waren und Warengruppen gegenüberstehen.

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