Aus einer armen Fischerfamilie stammt der Erzähler José Loureiro Botas, der in typischer Weise das Volk an der portugiesischen Küste beschreibt.

ein Freund Fernando ist zehn Jahre alt. Wenn er mich sieht, läuft er sofort her. Dem Carlitos hat er bekannt, ich sei der beste Mensch der Welt, die meiste Freundschaft habe er für mich. Nun, vor Tagen machte Fernando mir Verdruß.

Ich war am Strand, als er daherkam, und es wunderte mich, daß er mich nicht sofort ansprach.

Ich rief ihn... nichts. Ich rief nochmal... Richtig, er tat, als hörte er nichts. Ich gab’s auf.

Kurz drauf kam er aber näher: langsam, versteckt, bedächtig wie einer, der etwas Dunkles vorhat. Ich bemerkte, daß er in der Hand eine leere Zigarettenschachtel trug. Carlitos wußte, was da los war und sagte es mir: „Wissen Sie, der Fernando hat eine Liebeserklärung in der Schachtel. Für Milu. Er ist verliebt. Aber sie macht sich nichts aus ihm. Gestern, in den ‚Komödien‘, rückte er an ihre Seite und faßte sie unter. Sie machte so: ‚Gott, welche Hitze!‘ – und zog den Arm weg.“

Da wußte ich Bescheid. „Du, Fernando, komm her“, sagte ich, „laß die Schachtel sehen!“ und schubste ihn. Mit herrischer Gewalt gelang es ihm, zu entwischen. Doch als er den Arm ausstreckte, um den Schatz zu retten, nahm Carlitos ihn weg und gab ihn mir. Während er aufgebracht gegen mich anrannte, um mich zu hindern, las ich das Billet, das in der Schachtel war: „Mädchen Milú. Hab dich sehr gern. Sag, ob du meinst. Schreib unten hin: ja oder nein. Fernando.“

Ich gab ihm alles zurück. Er ging beleidigt weg, rot bis über die Ohren,