Auch die Montan-Union hat die Fragen nach den Methoden einer wünschenswerten europäischen Integration nicht lösen können. Noch immer wird diskutiert, ob einer wirtschaftlichen die politische Integration voranzugehen habe oder umgekehrt. Prof. Dr. ten Doesschaate (den Haag) forderte auf einer Tagung der deutschen Gruppe der Internationalen Handelskammer in Köln, eine politische Integration müsse der wirtschaftlichen in Form einer Prinzipienerklärung der Politiker vorausgehen; Prof. ten Doesschaate, Präsident der holländischen Gruppe der Internationalen Handelskammer, glaubt nicht, daß die „sectory-by-sectory-Methode“ praktisch durchführbar sei, womit er nicht nur die Wirklichkeit objektiv beobachtete, sondern auch die Meinung der Internationalen Handelskammer unterstützt. Wie aber kann eine Totallösung ohne Währungs-Konvertibilität gelingen? Jede – auch die Teil-Integration – muß wohl längerfristig für die Geldseite Rückwirkungen mit sich bringen. Ebenso wichtig ist aber – und hier formulierte ten Doesschaate seine Meinung etwas schärfer – die Vorbereitung der Unternehmer auf jene neuen Rechte und Pflichten, die ihnen nach einer Integration zuwachsen. Ob man auf die Dauer ohne Kartelle auskommen könne, sei fraglich. Man wird aber auf alle Fälle die Gefahr eines europäischen Supra-Dirigismus meiden müssen. Dü.