Da stimmt etwas nicht

Vor dem Untersuchungsausschuß des amerikanischen Senats, der sich mit den kommunistischen Umtrieben in dem amerikanischen Propagandasender „Stimme Amerikas“ befaßt, hat James Thompson, ein leitender Angestellter des Senders, mitgeteilt, daß zwei Stellenbewerber, die von der „Stimme Amerikas“ aus Sicherheitserwägungen abgelehnt worden seien, hohe Posten im Bonner Amt der amerikanischen Hohen Kommission bekleideten. Es handele sich um Ed. Schechter, der vor kurzem zum Leiter der Rundfunkabteilung beim Hohen Kommissar in Bonn ernannt worden war, und Theodore Kaghan, der dort die Abteilung für öffentliche Angelegenheiten leitete. Die beiden genannten Beamten erklärten in Bonn, niemals die „Stimme Amerikas“ um eine Anstellung gebeten zu haben.

Der juristische Beirat des Untersuchungsausschusses, Roy M. Cohn, stellte dazu fest, daß der Ausschuß Unterlagen für die Bewerbung von fünf Personen besitzt, zu denen außer Kaghan und Schechter auch Shepard Stone – früher Leiter der Presseabteilung beim Hohen Kommissar, jetzt einer der Direktoren der Ford Foundation – und die Herren Lewis und Wright gehören. Von diesen fünf habe nur Wright das Placet des Sicherheitsamtes bekommen, das anscheinend für die „Stimme Amerikas“ schwerer zu erlangen ist, als für die Hohe Kommission.

MIG-15

Infolge der Landung eines polnischen Piloten mit einem unversehrten russischen Düsenjäger des Typs MIG-15 auf der Insel Bornholm sind die Atlantikpaktstaaten zum erstenmal in den Besitz eines unbeschädigten Flugzeuges dieser Art gelangt. Die MIG-15 soll unter Mitwirkung deutscher Flugzeugkonstrukteure gebaut und 1947 zum erstenmal erprobt worden sein. Aber erst im November tauchte sie über der Koreafront auf und erzeugte damals eine schockartige Wirkung bei den westlichen Militärs. Die Höchstgeschwindigkeit der MIG-15 beträgt 1090 km pro Stunde, 15 km mehr als die der amerikanischen Sabre F 86. Die MIG-15 besitzt eine Pfeilspitzenform, hat eine Länge von 11,10 m, hat beladen ein Gesamtgewicht von 6465 kg und eine Steigfähigkeit von 3170 m in der Minute; sie kann noch in einer Höhe von 15 550 m operieren.

Polen hat inzwischen die Auslieferung sowohl der Maschine als auch des Piloten von der dänischen Regierung verlangt. Da die Maschine scharfe Munition an Bord hatte, wird die Untersuchung längere Zeit dauern. Dem Ersuchen des polnischen Offiziers um Asyl dürfte stattgegeben werden. Die Maschine wurde auseinandergenommen und nach Kopenhagen gesandt, da sie auf dem Bornholmer Flugplatz nicht starten kann.

Konzentration