Alle Werke der deutschen Rundfunkgeräteindustrie, die neben ihrer üblichen Geräteproduktion auch Auto-Radios herstellen, berichten über eine steigende Beliebtheit ihrer Autogeräte. Statistische Feststellungen ergaben, daß heute etwa 30 v. H. aller westdeutschen Kraftfahrzeuge Autoempfänger Haben Vor allem werden Omnibusse mehr und mehr mit einem Auto-Radio ausgestattet. Die Zusatzgenehmigungen, die für Auto-Radios erforderlich sind, stiegen daher auch in den letzten Jahren sprunghaft an. Registrierte man am Anfang 1950 nur 6395 Zusatzgenehmigungen, so war ihre Zahl am 1. Januar 1951 bereits auf 29 866 und im Januar 1952 dann auf 63 311 angestiegen. Die Veröffentlichung des Bundespostministeriums vom 1. Oktober 1952 ergab die Zahl von 86 917.

Die Radioindustrie sieht daher in ihrem Absatz auf dem Spezialgebiet des Auto-Radios ein aussichtsreiches Betätigungsfeld. Aus diesem Grunde hat sich eine große Zahl von Fabriken entsprechend eingestellt und bietet heute Autoempfänger an, deren Preise zwischen 254 DM und 865 DM liegen. Der Käufer hat also die Wahl zwischen einem einfacheren Gerät, das ihm nur den Empfang des Mittelwellenbereiches gestattet, und Spitzengeräten, die außerdem Lang- und Kurzwellen-Stationen – diese meist auf gespreizten Bändern – bringen. Drucktasten (z. B. von Telefunken) erleichtern die Bedienung, sieben Kreise und Gegentakt-Endstufe (bei Philips) bringen einen sicheren und klanglich schönen Fernempfang. Autoempfänger können in Wagen aller Typen bequem eingebaut werden. Außer Philips und Telefunken bauen u. a. die Firmen Becker, Blaupunkt, Grundig, Krefft, Wandel & Goltermann, Lorenz und Schaub Autogeräte.

Kein Kraftfahrer, der ein Auto-Radio besitzt, möchte heute darauf verzichten. Auf beruflichen Fahrten sowie auf Vergnügungs- und Erholungsreisen bringt ihm das Auto-Radio sehr viel Freude. Und man kann sagen, daß schon in wenigen Jahren das Rundfunkgerät genau so zur Kraftwagenausrüstung gehören wird wie heute der Anlasser, Winker und Scheibenwischer. Wenn man in einigen Ecken Europas, z. B. an der Riviera, die Sender der Bundesrepublik kaum empfangen kann, ist dies nicht die Schuld der Geräte, zumal man ohne Schwierigkeiten zu jeder Stunde mit dem Autoempfänger die Sender der Ostzonen-Republik bekommt. Die Empfangsschwierigkeiten der westdeutschen Sender liegen ausschließlich in ihrer Sendeschwäche und den ungünstigen Wellenlängen (Kopenhagener Wellenplan) begründet. Man sollte an zuständiger Stelle recht bald etwas dafür tun, um die Stimme Westdeutschlands auch im Ausland besser hören zu können... - n -