Bereits vor der Nürnberger Spielwarenmesse waren aus den USA und Kanada einige Einkäufer erschienen, um sich frühzeitig ihre Serien bei den Herstellern der mechanischen Blechspielwaren in Nürnberg zu sichern. Sie waren gut beraten, denn in diesem Jahr sind die Fabrikanten viel früher zur Vollbeschäftigung gekommen als im Vorjahr. Die ferngelenkten Autos, eierlegenden Osterhasen, naturgetreuen Eisenbahnen und sich auf den Sitz schwingenden Motorradfahrer haben dabei das Rennen noch besser gemacht als bisher. Dies liegt daran, daß die Lager des Handels in der letzten Saison von den Koreabeständen befreit worden sind. Die Puppenmacher haben inzwischen gelernt; ihre Schöpfungen sind noch farbenprächtiger geworden, und die italienische Konkurrenz brauchen sie nicht mehr so ängstlich zu fürchten. Neben den 50 Jahre alten Teddybären wirkt die Sucht nach Neuheiten zwar etwa ungebührlich, sie ist aber ein bedeutender Motor dieses Marktes, der an Bedeutung immer mehr zunimmt. Entgegen den Voraussagen ist das Exportjahr 1952 erstaunlich gut gewesen. Um ein geringes überstieg die Ausfuhr mit 72,2 Mill. DM noch das Jahr zuvor, und dies bei einem Gesamtumsatz von rund 150 Mill. DM. Entsprechend war der steigende Einkäuferbesuch auf der Nürnberger Spielwaren-Fachmesse, die mit einer neuen Halle aufwarten und dadurch auch die vielen kleinen unter den rund 1200 Spielwarenherstellern aufnehmen konnte. r.