In Kreisen der Sperrmarkgläubiger wird der Vorschlag gemacht, die Verwendungsbestimmungen für die Sperrmark so zu erweitern, daß sie, in „Reisemark“ umgewechselt, als Zahlungsmittel bei Erholungs- oder Geschäftsreisen innerhalb der Bundesrepublik dienen kann. Die Handelskammer Deutschland/Schweiz in Solothurn schlägt einen Reisemarkkurs vor, der etwa bei 85 sfr. für 100 DM liegt, also in der Mitte zwischen dem offiziellen Kurs von 104 und dem gegenwärtigen Sperrmarkkurs von 59.

Die BdL steht solchen Plänen bislang ablehnend gegenüber. Sie sähe es lieber, wenn die Sperrmark langfristig investiert werden würde und die anfallenden Zinsen ebenfals in der Bundesrepublik blieben. Vor allem aber macht die BdL Bedenken gegen die Tatsache geltend, daß die ausländischen Reisenden Güter konsumieren, in denen devisenaufwendige Rohstoffe enthalten sind. Das kommt nach Ansicht der BdL einem direkten Devisenexport gleich, der die Devisenbilanz in einem noch nicht zu übersehbaren Ausmaß belastet.

Vor allem aber werden wohl von den konkurrierenden Reiseländern Einsprüche gegen die Reisemark erfolgen. Man wird argumentieren, daß sie ein unzulässiges Dumping darstellt. Das sollte uns jedoch nicht hindern, unseren Verpflichtungen, die wir gegenüber Sperrmarkgläubigern haben, in einer Form nachzukommen, die volkswirtschaftlich vertretbar ist. Das Internationale Schuldenabkommen von London sowie das Israel-Abkommen lassen wahrscheinlich in absehbarer Zeit keine Möglichkeit mehr offen, die Sperrmarkkonten direkt, das heißt durch zusätzlichen Devisenexport, glattzustellen. -ndt.