Dem Jahresbericht des niedersächsischen Ministeriums für Vertriebene ist zu entnehmen, daß 1952 für Zwecke der beruflichen und wirtschaftlichen Wiedereingliederung insgesamt 49 309 526 DM vergeben wurden. Der größte Posten entstammt den Soforthilfe- bzw. Lastenausgleichsmitteln mit 19,6 Mill. DM für Existenzaufbauhilfen und 22,8 Mill. DM zur Schaffung von Dauerarbeitsplätzen.

Rund 8000 neue Arbeitsplätze konnten mit diesen Mitteln geschaffen werden. Zugleich wurden etwa 4100 Flüchtlingsbetriebe gegründet oder wirtschaftlich gefestigt. Es konnte allerdings nur ein Bruchteil des Kapitalbedarfs der Vertriebenen und Kriegssachgeschädigten befriedigt werden. In vielen Fällen habe sich die Hilfe noch nicht ausgewirkt, da es sich bei den Mitteln vor allem um Investitionskredite handelte. Den Unternehmern fehle es aber gerade an Betriebsmitteln. Infolgedessen seien trotz günstiger Startbedingungen manche Kredite notleidend geworden.

Die Bundesregierung trug im Herbst v. J. dieser Lage Rechnung und traf erneut Maßnahmen für die Bewilligung von Betriebsmittelkrediten; einmal durch Übernahme von Bürgschaften, zum andern durch Hergabe von Liquiditätsbeihilfen über die Lastenausgleichsbank. Die Länder mußten ihrerseits in Höhe von 45 v. H. Bürgschaft übernehmen. Obwohl die Aktion erst Ende November 1952 anlief, wurden im Berichtsjahr in Niedersachsen noch für 693 000 DM Bürgschaften übernommen und 525 000 DM als Liquiditätshilfen vergeben. In den ersten Monaten 1953 ist jedoch das Kontingent schon nahezu erschöpft worden, Das Ministerium erwartet weitere Mittel, „da die Notwendigkeit – dieser Betriebsmittelaktion für sich selbst spricht“. td